Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 4 (1918)
- Issue
- 10/11 (Oktober-November 1918)
- Date
- 1918-10-01
- Page
- Seite 23 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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23 Zwecks richtigen Bestehens der Sachlage wolle«: wir uns kurz das Ziel der zu schaffendeil Organisation, nicht der einzelnen Gruppen vorführen, denn über die Art ihrer Tätigkeit ist genug gesagt worden. Die Organisation bezweckt die Vereinigung aller bestehender gesetzcstreuer Schülervercinigungen der einzelnen Städte behufs engeren Zusammenschlusses, Gedankenaustausches, Stärkung des Gemcinsamkeitsgefühls. Als Namen für diese Organisation wäre dann Wohl ein solcher zu wählen, der bereits in einem Teile Deutschlands bekannt ist, der einer größeren Menge gegeilüber so etwas wie ein Programm bedeutet, d. h. mit andereil Worten, der Namen einer, oder, wenn gar mehrere Gruppen denselben führen, der Gruppen, die bereits Nennenswertes auf diesem Gebiete geleistet haben. Man könnte auch einen anderen Gesichtspunkt nicht ohne Berechtigung geltend machen: Um, wenn beispielsweise mehrere Gruppen sich in gleichem Maße Geltung l«nd Ruf verschafften, keine Stadt zu verletzen, wählt man einen neuen Namen. Dieser Weg ist unpraktisch, denn er vernichtet die Chance, die in der Verbreitung einer Gruppenbeneunung bereits besteht. Wie sieht es nun in unserem Falle aus? Ein Cölner Komitee hat vor einigen Monateir eine Schülervereinigung gegründet, die entwicklungsfähig erscheint. Es wird der Wunsch laut, auch in anderen Städten ähnliche Einrichtungen zu schaffen, und diese in eine einheitliche Organisation zusammen zu fassen. Läge der Fall nur so, so wäre es einfach, und es wäre das Gegebene, daß die Organisation den Namen des Cölner, sagen wir, Stammhauses trüge, vorausgesetzt, daß dieser für die Benennung geeignet, d. h. trcffeild und zündend wäre. Nun liegt es aber ganz anders. Bereits vor etwa 3 Jahren, also lange bevor man in C ö l n an derartiges dachte, konstituierte sich, oder vielmehr wurde aus einer seit etwa 8 Jahren bestehenden Jugendabteilung,. des Breslauer Machsike-T Hora-Vereins eine besondere Schülervereinigung unter dem Namen „Jeschurun" durch zwei > durch Lebeilserfahrung, gründliche Sachkenntnis und heiße Liebe zur T h o r a h ganz besonders dazu geeignete Männer, von denen leider Gottes der eine allzufrüh im vergangenen Jahre seinem Werke entrissen wurde, gegründet. Der Erfolg war ganz überraschend. In wenigen Jahren war die Mitgliederzahl auf etwa 150 gestiegen. Tägliche Unterrichtskurse von 2—3 Stunden wurden eingerichtet und vor allem, was meist nicht damit Hand in Hand geht, auch eifrig besucht. Aber nicht allein darin lag der Erfolg, sondern in der Zusammensetzung des Besuchcrkreises: nicht nur die Kinder der traditionell lebenden Familien lieferten das Material, sondern auch - und nicht zum mindesten -- aus den Familien, die in Lebensführung und Anschauung vom überlieferten Judentum bereits mehr oder weniger losgelöst