Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 4 (1918)
- Issue
- 10/11 (Oktober-November 1918)
- Date
- 1918-10-01
- Page
- Seite 15 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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16 hätte ihn aufklären müssen, daß alle, die zurückkehrten, wie wir heute sagen würden, gesetzestrcue Männer waren, denn Cyrus läßt sie ja zurückkehrcn, weil sie den Tempel wieder bauen wollten, „das Haus Gottes, des Gottes Israels, das ist der Gott, der in Jerusalem ist". Und in Kapitel 3 heißt cs dann weiter: Als der siebte Monat herankam, versammelte sich das Volk wie ein Mann in Jerusalem .... und sie bauten den Altar des Gottes in Jerusalem, um auf ihm Emporopfer darzubringen, wie es in der Lehre Mosis, des Gottesmanncs geschrieben steht. War also die Lehre Mosis für das Volk, das sich da wie ein Mann versammelte, das Verbindliche, für die nach Jerusalem Zurückgekehrten? Allerdings fand Esra, als er dann nach Jerusalem kam, schlimme Zustände vor. Nicht nur politisch schlimme, auch religiös schwere Schädigungen. Das Volk hatte so viel vergessen von den Gesetze» der Thauroh, daß cs sich schwer- >stens vergangen hatte, daß >8«) Familien sich etloa fanden, in denen Ehen mit Heidinnen geschlossen waren (ob diese Heidinnen nicht zum Judentum übcrgetreten waren, so wie heute manche Frau Übertritt, ohne rechte Kenntnis und Überzeugung vom Judentum, lvird nicht gesagt, anzunehmen ist cs allerdings). Und Esra, der nach Palästina kam und sich vom König von Persien den Auftrag hatte geben lassen, das Gesetz der Thora wieder in all' seinen Teilen zum herrschenden zu machen, vergl. Kap. 7, 25 ff., wie stellt Esra sich den Abtrünnigen gegenüber? Er läßt bekannt machen, wer nicht binnen 3 Tagen zu der Versammlung kommt, die er anberaumt, die bestimmt ist, erst die eingetretenen Schäden aufzudecken und ihre Heilung vorzubereiten, dessen Vermögen soll konfisziert werden, und er werde aus g vst o ß en aus der Gemeinde der Exilierten. Wir haben Herrn Fromm nichts mehr zu erwidern. Alles zusammenfassen wollen wir noch einmal. Die A. I. J.-O. will das geistige Erbe der Väter schützen und in der Jugend erhalten. Sie hat vor allem den Arewus-Gedanken in seinen äußersten Konsequenzen zu betonen, sich also mit verantwortlich zu fühlen für alles, was in der Judcnhcit geschieht, hat daher in erster Linie sich selbst zu erziehen, damit sic durch doppelte Treue gegen das Rcligionsgesetz anfwicgt, was von anderer Seite vernachlässigt wird. Das ist" ihre vornehmste Aufgabe. Aber sic hat auch, ivenn sie diese ethische Arbeit an sich geleistet hat, praktische Aufgaben zu lösen, soweit sie das als Jugend vermag, d. h. hat sich vorzu bereiten, daß die Zeit der Geuloh, die bald kommen möge, sie fähig findet, in jeder Weise sich an der nationalen Arbeit, die dann zu leisten ist, zu beteiligen, alles aber auf Grundlage der Thauroh und als Erfüllung des Thanrogesetzes.