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Blätter · 1918-10-01 · 10/11 (Oktober-November 1918) · p. Seite 14

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Journal
Blätter
Volume
4 (1918)
Issue
10/11 (Oktober-November 1918)
Date
1918-10-01
Page
Seite 14 (sequence 14)
Language
German
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- 14 Wirklich nicht, daß diese Worte nur den Sinn haben, auch wenn der einzelne sich den gesetzlichen Verpflichtungen des Judentums entzieht, ja wenn er sein Judentum abschwört, und zu anderer Religion sich bctennnt, so bleibt er für uns doch der Jude, dem alle gesetzlichen religiösen Verpflichtungen obliegen, den wir nicht veranlassen dürfen, etwas zu tun, was dem Religionsgesetz zuwiderläuft? Weiß Herr Fromm wirklich nicht, daß dieses Wort nur eine Verpflichtung für den Abgefallenen bedeutet? Nicht eine Verpflichtung gegen ihn und gewiß nicht ein Recht, das ihm der Gesamtheit gegenüber zustcht? Der Einzelne natürlich hat seinen allgemein menschlichen Verpflichtungen auch gegen den Abgefallcnen nachzukommen, denn er darf sich nicht erkühnen, sich als Richter zu betrachten, der einem- Menschen das Recht auf die Hilfe eines anderen abspricht, euer das ist nur, weil er ein Mensch bleibt, nicht weil er ein Jude ist und als solcher betrachtet werden muß. Das jüdische Volk hat keine Verpflichtung gegen ihn, wenn er sich dadurch von ihm losgelöst hat, daß er prinzipiell Front macht gegen die Grundlage;, des jüdischen Volkstums. Und die Propheten, die gegen unseren Standpunkt ins Feld geführt werden, die keinen Separatisnms gekannt haben, wenn sie ihr ganzes Leben dem abgefallcnen sündigen Volke weihten. Hier sind wir gar nicht imstande, dem Gedank.cngang des Herrn Fromm zu folgen, denn wir können nicht verstehen, wie man die Verhältnisse der Zeiten der Bibel mit unseren Golusverhältnissen vergleichen kann. Die Propheten lebten doch in einem jüdischen Staate und wirkten dort im Aufträge Gottes, Jccheskol ausgenommen, dessen Zeit aber auch zum größten Teil in die Zeit des Bestehens eines jüdischen Staates fiel. In diesem jüdischen.Staate aber war das Staatsgesetz immer die Thauroh. Und wenn einzelne, ja sogar viele, vielleicht in manchen Zeiten der größte Teil des Volkes deren Vorschrift nicht befolgten, so war doch prinzipiell das Thaurogesctz nicht angetastet. Die Propheten hätten keinen Grund gehabt, das Tischtuch zwischen sich und den Abgefallenen zu zerschneiden. Sie mußten im Aufträge Gottes und mit seinen Worten zum Volke sprechen, um es auf den rechten Weg zurückzuführen. Es soll uns erst einmal einer zeigen, daß zu irgend einer Zeit eine Bewegung im Gange war, die die Thora entthronen wollte, und daß die'Propheten sich dieser Bewegung gegenüber so verhielten, wie man es jetzt von der Orthodoxie verlangt. Doch, eine Zeit könnte man vielleicht finden, die Zeit Achabs! Aber was tut da der Prophet Elijahu ans dem Berge Karmel. Herr Fromm lese einmal das 1. Buch der Könige Kap. 18, 40, dann wird er der Orthodoxie der jetzigen Zeit die Propheten der Bibel nicht zum Vorwurf machen, Auch auf das Beispiel das Esra, das der Artikel dem Separatismus vorhält, müssen wir noch eingehen. Und auch hier können wir Herrn Fromm den Vorwirrf nicht ersparen, daß er nur sehr oberflächlich gelesen hat, was im Buche Esra erzählt wird. Schon der Erlaß des Cyxus

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