Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 4 (1918)
- Issue
- 10/11 (Oktober-November 1918)
- Date
- 1918-10-01
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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13 zugcführt werden? Vielleicht wird man einmal gesagt haben, sie sollen in erster Linie solchen Juden zuteil werden, die doppelt Rot leiden, weil jeder Erwerb ihnen doppelt schwer ist, aber der Grundsatz: ein baudekin limsaunaus steht doch durch den Din fest und kein gesetzestreuer, noch so separatistischer Jude wird ihn gering achten, sonst wäre er eben kein gesetzestreuer Jude. Kann man da von Teilnahmslosigkeit und Gleichgültigkeit reden? Also muß Herr Fromm Wohl meinen, wir sähen der geistigen und sittlichen Entwicklung des abgefallenen Teiles unseres Volkes, kur; deren jüdischer Entwicklung gleichgültig;u, bezw. wir betrachteten sie von oben herab mit mitleidigem Lächeln und dem „pharisäischen" Gedanken „Gott sei Dank, daß wir nicht sind wie sie". Und das wirft uns ein orthodoxer Jude vor, der gleich uns am Rausch haschonob und Jaum kippur betet, nicht Wcckwl horeschoim k'oschon. sichln, sondern wechol horischo knlloh kcoschon tichle, der es gleich uns mit bitterem Weh empfinden sollte, daß »och so viele, leider, sich der Herrschaft dos göttlichen Gesetzes;n entziehen suchen. Das sollte die Orthodoxie denken, die am Kol nidrei-Abend vor Beginn des heiligen Tages in ,bcr Tefilloh sakkoh, die jeder für sich verrichtet, die Bitte zu Gott emporsendet „uwichcloloni terachem al panscheei jisroel wsen belibom pachad hadar geaunecho wsachnia libbom hoowen wejoschuwn lefonecho blew scholem kemau schehiivtachtonn al jad newiacho lwal juddach mimmenu niddoch" „und zugleich mit ihnen mögest du dich erbarmen der Abgefallenen in Israel, mögest ihr Herz erfüllen mit Ehrfurcht vor deiner Majestät, mögest ihr steinernes Her; beugen und sie dahin führen, daß sie mit ganzem Herzen zu Dir zurückkehren, wie Du es verheißen hast durch Deine Propheten, daß kein Abgcsplitterter ihnen verloren geht". Rein, Herr Fromm, unser Herz schlägt so warm wie das irgend eines Zionisten für die Abgefallenen unseres Volkes, aber weil cs so warm schlägt für ihr Heil, für ihre jüdische Entwicklung, dürfen wir uns nicht in ihre Gefolgschaft geben, weil wir sonst Gefahr laufen, uns zu verlieren, müssen wir im Gegensatz;n ihnen verharren, da wo cs sich um religiöse Dingo und die geistige Zukunft unseres Volkes handelt, dürfen nichts mit ihnen unternehmen, was den Schein erwecken könnte, als erkennten wir ihren Standpunkt an. weil sonst die Zeiten für die das Prophetenwort verheißen hat: lwal juddach mimmenu nidoch noch weiter herausgcschoben würden, und deshalb ist es anch kein mitleidiges Herabsehen auf die anderen im Gefühl „Gott sei Dank, daß wir nicht sind wie sie", sondern der Arewus-Gedankc hält uns vor Augen und prägt uns ein, was jene versäumt habe», müssen wir mit doppelter Anstrengung den Gedanken an die Herrschaft der Thauroh noch viel intensiver zum Ausdruck bringen, damit er nie erlösche, lwal juddach mimmenu niddoch. Und nun zuguterletzt das famose Jisroel af schechotu jisroel, das dem „Separatismus" vorgehalte» wird. Weiß Herr Fromm