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Blätter · 1918-09-01 · 9 (9.1918) · p. Seite 20

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blätter
Volume
4 (1918)
Issue
9 (9.1918)
Date
1918-09-01
Page
Seite 20 (sequence 20)
Language
German
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20 Ferienkurse für Führerinnen. Max Cohen, Cöln. Für unsere weibliche Jugend ist der vorstehende Artikel von Frl. Lipstadt bestimmt. Da es sich hier aber um eine enorm wichtige Angelegenheit handelt, die weit über den Rahmen des nur die Damen Interessierenden hinausgeht, erlaube auch ich mir, hierzu kurz das Wort zu ergreifen: Gerade jetzt, während des Krieges, leiden wir an einem großen Mangel geeigneter Dozenten, und ich glaube, daß die Führerinnenkurse geeignet sein dürften, diesem Mangel ein wenig abzuhelfen. Ich will also in diesen Kursen die jungen Damen so weit gefördert wissen, daß sie in der Lage sind, einen leichteren Kursus etwa in Tefiloh oder Tenach selbständig zu leiten. Das sollte m. E. das Hauptmoment sein, das bei der Organisierung dieser Kurse berücksichtigt werden muß. Daraus erhellt, daß nicht jeder, der Lust dazu hat, an diesen Kursen teilnehmen kann. Es ist unbedingt erforderlich, wenn etwas erreicht werden soll, daß die Teilnehmerinnen über eine gewisse Vorbildung verfügen. Zweitens muß das Thema, das zur Behandlung kommt, so frühzeitig bekanntgegeben werden, daß die Damen gründlich vorbereitet in den Kursus hineingehen können. Aber diese sollen die einzigen Postulate sein, die für die Aufnahme in den Kursus maßgebend sein dürfen: Vorkenntnisse und Vorbereitung. Nicht aber etwa darf eine Äußerlichkeit, wie z. B. ein Amt oder tätige Mitarbeit innerhalb einer Jugendgruppe oder dergl. bezüglich der Teilnahme am Kursus irgend eine Rolle spielen. Vielleicht machen wir durch unsere Arbeit im Kursus manche Dame, die sich vorher mit Recht weigerte, ein Ehrenamt anzunehmen, da sie sich durch mangelnde Kenntnisse für ungeeignet hielt, fähig und dadurch auch gerne bereit, bei uns auch aktiv tätig zu sein. Bei der Wahl der Orte, an denen die Kurse abgchalten werden sollen, muß überlegt werden, ob es möglich ist, einen große Anzahl der Teilnehmerinnen bei Mitgliedern der örtlichen Jugendgruppe einzuquartieren. <Die Kosten würden sonst bei einem ca. 6 tägigen Aufenthalt zu hoch, und dadurch wären vielleicht gerade die geeignetsten Damen nicht in der Lage, die Kurse zu besuchen) und zweitens, ob in diesem Ort ein Teil der Dozenten wenigstens ansässig ist. Und nun die Wahl des Stoffes, der behandelt werden soll: Ich halte es für ganz verkehrt, wie das von Fräulein Lipstadt vorgeschlagen wurde, den größten Teil der Kurse der Besprechung jüdischer Weltanschauungsfragen zu widmen. Ich glaube, daß es viel richtiger ist und daß wir vielmehr Erfolg erzielen werden, wenn wir mit den Füßen auf dem Erdboden bleiben und nicht gleich in die höchsten philosophischen Probleme hinaufsteigen. Wir alle sowohl Männer

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