Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 4 (1918)
- Issue
- 9 (9.1918)
- Date
- 1918-09-01
- Page
- Seite 21 (sequence 21)
- Language
- German
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21 als auch Frauen - haben eine Vervollkommnung unserer Kenntnisse von allen elementaren jüdischen Dingen noch sehr nötig, wir alle können eine gründliche Vertiefung unserer Bekanntschaft mit Tenach, mit Tefilloh und den Dinim, die uns im täglichen Leben dauernd aufstoßen, noch sehr gut gebrauchen. Und schließlich, wenn wir recht tief in diese Materien uns hineinzuarbeiten versuchen, wenn wir versuchen, die großartigen Gedanken, die uns bei rechtem Studium aus der Tauroh und den Dinim aussteigen in ihrer ganzen Tiefe zu erfassen, dann könne» wir uns die besonderen Kurse in jüdischer Weltanschauung ruhig ersparen. Kurz gesagt, ich glaube unsere Zeit ist zu knapp, als daß wir uns in so ausgedehntem Maße mit Apologetik beschäftigen können, die wir die Führerinnenkurse eben brauchen, um Führerinnen heranzubilden. Und schließlich, wenn Fräulein Lipstadt es als das Ziel der Kurse bezeichnet, Führerinnen heranzubilden, „die selbst immer tiefer die Art echt jüdischer Gesinnungsweise und Lebensbetätigung in sich aufnehmen" so frage ich: Welch besseres Mittel kann es geben, um der Erreichung dieses Zieles möglichst nahe zu kommen, als die jungen Damen tiefer hineinzuführen in d i e Quellen, die uns doch erst die jüdische Weltanschauung geschenkt haben? Des weiteren glaube ich, daß so wichtige Organisationsdinge, wie die Führerinnenkurse mir zu sein scheinen, unbedingt auch von der Organisations l e i t u n g eingerichtet werden müssen. Es ist da auf so vieles Rücksicht zu nehmen, bei Auswahl der Orte, bei Berufung der Dozenten, bei der Aufforderung zur Teilnahme, auf Dinge, die lediglich vom Standpunkt der Gesamtorganisation aus beurteilt werden können und dürfen, daß die Organisierung der Ferien-Kurse unter allen Umständen der Organisationsleitung übere lassen bleiben muß. Daß diese sich selbstverständlich mit den maßgebenden Damen in Verbindung setzt, ist so klar, daß darüber kein Wort mehr gesagt zu werden braucht. Und nun noch mit wenigen Worten der Umriß eines Programms für einen Kursus, wie ich ihn mir vorstelle: Dauer 8—10 Tage. Die Teilnehmerinnen sind 4—5 Wochen vorher davon in Kenntnis gesetzt, welche Stücke aus Tenach, aus der Tefilloh und welche Dinim zur Behandlung kommen sollen. Fedc Materie wird von einem anderen Dozenten vorgetragen. Bei dem Vortrag ist besonderer Wert darauf zu legen, die Damen soweit zu bringen, daß sie selbst befähigt werden, die in dem Kursus durchgearbeiteten Materien zu nnterrichten. Praktisch erreicht man das am besten vielleicht durch Vorlesungen, bei denen mitgeschrieben wird, und die später in einem Colloquium durchgesprochen werden. Jede Materie wird jeden Morgen eine Stunde vorgetragen und nachmittags eine Stunde durchgesprochen. Dazu sollen dann noch einzelne Vorträge über Probleme jüdischer Weltanschauung sowie über Tagesfragen kommen, welch