Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 4 (1918)
- Issue
- 9 (9.1918)
- Date
- 1918-09-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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- fl - sind! Bedenkt doch, daß man viel eher als gesetzestreuer Zionist mit Nichtorthodoxen zusammen arbeiten kann,, als man gcsetzestreue Kinder mit nichtgesetzestreuen Kindern und Führern zusammenwandern, Zusammenleben lassen kann. Nichts verbindet die Kinder mehr als gemeinschaftliches Wandern, als Zusammenleben auf häufigen und längeren Wanderungen. Aber das fromme, halbreife Kind, das vielleicht allein, vielleicht auch mit wenigen Gleichgesinnten, immer wieder das Beispiel der nichtfrommen Freunde vor sich sieht, muß einen starken Willen haben, und ein Elternhaus, das fest im wahren Judentume verwurzelt ist, wenn es nicht allmählich diesen Einflüssen erliegen soll. Auf jeden Fall bekommt es den Weg ungemein erschwert. Und dann noch eins, orthodoxe Freunde, die ihr dem „Blau- Weiß" angehört: Gebt Euch auch nicht dem Wahne hin, als ob Ihr in religiöser Beziehung etwas dort ausrichten könntet. Bedenkt doch, es ist viel leichter einzureißen als aufzubauen. Der Religionsleugner hat immer leichteres Spiel als der, der an den Traditionen festhält. Ihr überschätzt Eure Kräfte, und gebe cs Gott, daß Ihr nicht selbst Schaden bei dem Versuche erleidet „Esra" soll jetzt in allen Agudoh-Gruppen entstehen, und aus diese»! Grunde tut eine Verständigung mit allen Agudoh-Mitgliedern, die auch dem „Blau-Weiß" angehören, Not. Aus diesem Grunde wende ich mich mit meinen heutigen Ausführungen an zahlreiche Mitglieder unserer Jugend- und Mädchen-Gruppen, die dem „Blau-Weiß" angehören. Ich bitte sie um Auskunft darüber, wie sie sich zu obenangeführten Bedenken stellen, und frage sie, ob sie nicht meine Befürchtungen z. T. schon in ihren Reihen verwirklicht gesehen haben. Ich aber stelle als unumgängliche Konsequenz meiner Ausführungen den Antrag, daß ein Mitglied unseres „Esra" nicht Mitglied einer anderen, nichtgesetzestreuen jüdischen Wandergruppe sein darf. Der Antrag fällt mir nicht leicht, aber er ist nicht zu umgehen; denn man kann ein jüdisches Kind nicht nach zwei Lcbeusanschauungeu erziehen, zumal, wenn es halbreif ist, und sich noch keine eigene Meinung bildet. Dies ist der erste Vorschlag für ein praktisches Arbeiten, in einem späteren Artikel wird ein genaueres Arbeitsprogramm dargelegt werden. Aus der Esra-Bewegung. In einem Punkt war man in Würzburg einig, und das war die Notwendigkeit unserer Bewegung. Wenn auch sonst die Meinungen aufeinanderplatzten, darin war man einig, daß es nur dann möglich sei, die Jugend wirklich dem Ideal näher zu bringen, das uns vorschwebt, wenn wir sie bereits in frühestem Alter an uns fesseln. Die auf dem Delegierteutag gewählte Esra-Kommission hat auch bereist gute Arbeit geleistet, indem sie ein Normal-Statut auf- *