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Blätter · 1918-09-01 · 9 (9.1918) · p. Seite 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blätter
Volume
4 (1918)
Issue
9 (9.1918)
Date
1918-09-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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8 Mitglied. Aber „Esra" ist keine Wiederholung der Jugendgruppe, sondern ein notwendiger Bestandteil, der ihr bis jetzt fehlt. Wie schon gesagt, wird er sich in der Hauptsache nur aus der Schul jugend zusammensetzen, und dieser das geben, was die Jugendgruppe nicht geben kann; denn wir müssen beachten, daß Schüler mehr und zu anderer Zeit freie Stunden haben, als die Kaufleute, und daß sie, die doch die ganze Woche geistig tätig sind, den Drang verspüren, wenigstens auf einzelne Tage, oder auch nur Stunden dem Getriebe der Großstadt zu entfliehen, um in der Natur sich wieder für dje Arbeit zu stärken, zu stählen. Gerade die Schuljugend wird schon früh in den Streit der Meinungen gezogen, und der Kampf um den Abiturienten beginnt beinahe schon beim Sextaner. Kurz und gut: Dieser Jugend mutz mehr geboten werden als nur Schiurim und Vorträge, gcwürzet mit einigen geselligen Veranstaltungen. Dies ist ein besonderes Arbeitsgebiet, das auch eine gesonderte, und zwar sorgfältige Arbeit erfordert; denn bedenken wir doch: Es handelt sich vor allem um unsere Heranwachsende akademische Jugend, die nun und nimmer nichtreligiösen Kreisen in die Hände fallen darf, da sich ans sie unsere ganze Zukunftshoffnung aufbant. Wenn ich nun im Folgenden einen Arbeitsplan entwickle, der zum großen Teil anderen Organisationen entlehnt ist, so ist dies meiner Meinung nach gar nicht von Schaden; denn warum soll man das Gute — und ihre Organisation ist sogar vorzüglich — nicht auch von Gegnern nehmen? Der zionistische „Blau-Weiß" ist unser Gegner, und er hat uns erst eigentlick), die Notwendigkeit vor Augen geführt, daß wir eine ähnliche Institution brauchen. Wir können die Anerkennung unserer Tanroh und die Ausübung ihrer Vorschriften in den einzelnen Gruppen nicht von den mehr oder weniger „toleranten" Führern abhängig machen. Auch für uns Orthodoxe heißt es, mehr Selbstbewußtsein, oder noch richtiger, mehr Pflichtbewußtsein zu zeigen. Unsere Tauroh, die „ein Baum des Lebens", das Wesen aller Dinge ist, will nicht toleriert werden, Panier will sie sein. „Jsch al diglau", „ein Jeder bei seinem Panier!" Unsere „Eigenheiten" und „alt modischen Rückständigkeiten" wollen wir nicht belächelt oder auch nur „taktvoll" berücksichtigt wissen. „Taktvolle Rücksicht" verlangen wir von Nichtjuden. Von Juden verlangen wir viel mehr. In den Bestimmungen eines mir bekannten „Blau-Weiß" heißt cs: „Es darf Tfillin gelegt werden." Ob wohl einige Wanderer von dieser „Erlaubnis" Gebrauch gemacht haben? Ich weiß cs nicht und glaube es auch nicht; denn die wenigen orthodoxen Mitglieder werden sich wohl vor ihren Glaubensgenossen geniert haben, und möglichst unbemerkt, in aller Eile, ihren religiösen Verpflichtungen nachgckommen sein. — Ich polemisiere hier nicht wider den „Blau- Weiß", sondern nur gegen seine orthodoxen Mitglieder, Zionisten und Nichtzionisten. Ihnen rufe ich zu: Begreift doch, daß die obenerwähnten Zustände unserer Tauroh und unserer selbst unwürdig

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