Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 4 (1918)
- Issue
- 9 (9.1918)
- Date
- 1918-09-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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7 Nur eins hat er versucht! Gegen den schwerste» Angriff, daß das „jüdische Milieu" in der Gartenstadt nicht gewährleistet sei und daher die Bedingungen für eine Erziehung der Jugend h» Sinne der Tauro nicht gegeben wären hiergegen führt Herr Loeb - Paragraphen ins Feld: „die Veranstaltungen und Einrichtungen der Genossenschaft dürften den Vorschriften des überlieferten Judentums! nicht widersprechen. Der Austritt aus dem Judentum, Mischehe oder Kindestaufe hätten den Ausschluß aus der Genossenschaft zur Folge". Also nicht geduldet wird ein Verstoß gegen die Vorschriften des Tauroju leutums, der von seiten der Genossenschaft begangen wird. Aber: in welchen Worten sind die positiven Forderungen des Gesetzes an die Gesamtheit, die Geincinde sichcrgcstellt? Meint Herr Loeb die orthodoxe Jugend ohne Pflichten, ohne Klal-Arbcit, ohne Begeisterung heranziehen zu können? Die Jugend will das Ideal! Je höher, desto schwerer, desto lieber! Und dann sehe man sich die. „I u d e n" a n , die unsere Mitbürger werden sollen! Alle, die nicht aus dem Judentum ausgetreten, eine Mischehe eingegangen sind und ihre Kinder nicht haben taufen lassen, sind zum Anschluß an diese Genossenschaft berechtigt! Von >i h n e n wird irgend eine Rücksichtnahme auf das Taurogesetz nicht verlangt, nur von der Genossenschaft. Und in solcher Gesellschaft, lvo von „Jttdischkcit" du kaum einen Hauch verspürst, in dieser Atmosphäre von Toleranz und Brüderlichkeit soll unser heiligstes Gut, unsere Jugend, geborgen werden? Rein, Herr Loeb, in dieser Gartenstadt werden w i r uns nimmermehr treffen! Ueber die Organisation der gesetzestreuen Jugend- III. Von stud. jur. Heinrich Cohen, Cöln, z. Zt. im Felde. In den beiden vorhergehenden Artikeln war so oft von „Esra" dic Rede, daß Wohl mancher fragen wird: „Was ist „Esra" und was will ,,Esra"? , Diesen Leuten soll der heutige Artikel eine Aufklärung sein, und ich glaube die meisten werden dann mit mir sagen, daß wir den „Esra" noch nicht haben, ist höchst bedauerlich, aber daß er notwendig ist, und daher auch kommen wird, ist sicher. Alle Jugendliche, insbesondere aber die Schüler will der „Esica" bei sich versammeln, und er will sic zu lebensfrohen, ge scyestrcuen jungen Leuten heranzichen, die sich ihres Judentums mit und wegen seiner Tauroh freuen. Aber er will ihnen auch Gelegenheit geben, in guter jüdischer Gesellschaft die Schönheiten der Natur zu bewundern, überhaupt ein harmonisches Zusammenleben aller Gleichgesinnten will er schaffen und fördern. Selbstverständlich ist jeder „Esra" ein Teil der Agudoh-Jugendgruppe, und seine Mitglieder genießen auch dieselben Rechte wie jedes Agudoh