Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 4 (1918)
- Issue
- 9 (9.1918)
- Date
- 1918-09-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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- 4 -* ihnen Propaganda für unsere Agudo; nehmen wir doch unsere glühende Begeisterung, breiten wir sie kindlich vor ihnen aus und erzählen wir ihnen von dem, was wir unter „guten Jehudim,, verstehen — Menschen, die nicht nur schlecht und recht die Mizwaus erfüllen — notabene, soweit sie sie kennen —, sondern Menschen, die sich sehnen, jede Faser ihres Seins vollzusaugen mit der urewigen wurzelfesten Taurohkultur eines Brudervolkes von Millionen Jehudim! Ob auch dann noch unsere Eltern uns so oft in den Weg treten werden? Noch einer schweren Schuld müssen wir hier Erwähnung tun. Die Hauptorganisation der Agudas Iisroel leistet wunderbare Arbeit nach außen — aber wo bleibt die innere Arbeit? warum ist in dieser Not nicht der deutsche Gruppenverband zur Stelle? Hat die Agudo im Innern denn gar nichts zu tun? Wird dem Agudo- Jdeal dadurch genügt, daß man wie „anderen philantropischen Vereinen" — so auch der Agudo seinen Beitrag zahlt? Seht Euch doch die andern an! Zwar darf jeder sich Zionist nennen, der seinen Schekel zahlt — aber wer wird das tun, der sich nicht tiefinnerst als Zionist fühlen sollte? Und bei der Agudo? Wieviele von unseren Eltern fühlen sich denn im Kerne ihres Lebens als Agudisten? Hier sollte die vornehmste Aufgabe der inneren Agudo-Arbeit liegen. Die Erwachsenen, die Eltern müssen vertraut gemacht werden mit Agudo-Gedanken, ihnen muß in erster Linie das Agudo-, das geschichtlichjüdische Einheitsgefühl eingeimpft werden. Die Hauptorganisation muß unfern Eltern Verständnis dafür bringen, daß alle, alle berufen sind zu dem großen Werk, das sich stolz Agudas Iisroel nennt. Warum sollen wir, denen von hervorragender Stelle zugerufen ward, daß wir die Zukunst seien, warum sollen wir uns denn schon zu Beginn unserer Gipfelwanderung müde kämpfen an den Anfangsschwierigkeiten des Weges? Warum hilft uns nicht die Hauptorganisation, die Hand derer, die schon weiter droben stehen, warunl hilft s i e uns nicht, die Hindernisse aus dem Wege zu räumen? Oder sollen wir die Zukunft der Agudas Iisroel! — warten, bis einst unsere Kinder, die, das haben wir uns wohl alle gelobt, von Jugend auf nur leben werden in den Tauro- Gedanken der Agudo, bis einst unsere Kinder das um Jahrzehnte verzögerte Werk zu freudiger Ausführung bringen werden? Nein! wir können nicht warten und wir wollen nicht warten! Wir fühlen alle die junge Kraft in uns, die stürmisch zur Entfaltung drängt. Als Brüder wollen wir in gemeinsamer Wanderung unserem Hochziel zustreben - nur helft uns, es steht in Eurer Hand! Helft uns, daß wir den weiten beschwerlichen Weg nicht allein zurückzulegen brauchen! Geht Ihr zu unseren Eltern, Ihr, die Ihr unsere Brüder seid, Ihr, die Ihr in Eurer Reife uns den Weg gewiesen, den wir emporklimmen, geht Ihr zu unseren