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Blätter · 1918-07-01 · 7 (7.1918) · p. Seite 11

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Journal
Blätter
Volume
4 (1918)
Issue
7 (7.1918)
Date
1918-07-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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von Verinnerlichung ist. Hiervon ZN lerneil und zu profitieren, soll unser Streben und unser Gewinn sein. Was sie von uns lernen können, soll keineswegs etwa der prakrischere Sinn in diesen Fragen der Erziehung ״hoaumdim berumau schel aulom" sein. Wir wolleil von ihnen die Fähigkeit zur Begeisterung empfangen, und können Wir daher nicht als Ausgleich hierfür Nüchternheit exportieren wollen. Auch soll es nicht etwa der Ausgleich von Thauro im derech erez sein, den wir ihnen empfehlen wollen, ein Ausgleich, der bislang auch uns keineswegs gelungen ist. Denn in dem von unseren Weisen empfohlenen Zweigestirn Thauro und Derech Erez prävaliert bei uns leider der Derech Erez aus Kosten der Thauro, die allzuhäuftg in einenr Winkel liegen bleibt, also ihrer richtigen Bewertung noch harrt. Was aber unfern Brüdern im Osten mangelt, ist, daß sie sich ihres Wertes nicht bewußt sind. Daß sie den Schwierigkeiten, die die Thoratreue auch in jenen Ländern mit sich bringt, hilflos gcgenüberstchen, weil sic ihnen einzeln, jeder für sich, im besten Falle jede Gemeinde für sich gegeirüberstehen. Sie sind sich nicht bewußt, welche Macht in geistiger Hinsicht sie bedeuteten, wenn ihre Gelehrten sich zusammenschließcn würden, was sie auf so manchem Gebiete erreichen könnten, werur ihre thoratreuen Massen sich orgairisieren, zu gemeinsamem Tun sich vereinigen würden. Hier ist das Gebiet, wo ihnen der Westen belehrend und beispielgebend zur Seite stehen könnte. Die westeuropäische thoratreue Judenheit, die durch die Verhältnisse gezwungen, schon früher zu dieser Waffe greisen mußte, um sich als kleine Minderheit erhalten zu können, kann ihnen aus ihrem Arsenal die friedlichen Waffen zu dem Kampfe zur Verfügung stellen, der nun einmal ausgefochten werden muß, so sich die Thoratreue inmitten der Fährnisse der Zeit erhalten will. Dies mögen in einigen, bei weiten! nicht erschöpfenden Strichen die Gründe sein, die notgedrungen zur Gründung der A.J. führen mußten. Es ist keine leichte Arbeit, kein bescheidenes Ziel, das sie sich gesteckt hat. Und wenn seit ihrer Begründung leider nur sehr wenig zur Verwirklichung oder Anbahnung dieser Ziele geschehen konnte, so liegt dies nicht zum kleinen Teil in der Ungunst der Verhältnisse, die die ״Kerauwim" wieder zu ״Rechaukim" gemacht hat. Ich komme nun zum Ausgangspunkt meiner Ausführungen zurück, zur Frage, welche Stellung hat die A.J. bis nun zum nationaleu Gedanken genommen, und welche sind die Richtlinien, die die A.J. künftighin nach dieser Richtung sich stecken möge. Ich erwähnte eingangs, daß das historische, auf der Thauroh basierende Judentum praktisch-national im besten Sinne des Wortes sei. Ohne das Wort ״national" im Munde zu führen, ja geradezu unbewußt, ist die Gesetzestreue ״national" im besten Sinne des Wortes gewesen, wenn man unter diesem Worte nicht das Schlag- Wort schlechthin versieht. Denn die so gerne gebrauchten Schlag-

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