Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 4 (1918)
- Issue
- 7 (7.1918)
- Date
- 1918-07-01
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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10 hinaus richtunggebend ist. Ein Forum, das als der Willensausdruck der Gesamtjudenheit, auch am beste» beurteilen könne, was ihr nottut. Und es kommt noch ein Moment hinzu, das den Zusammenschluß der gesetzeslreuen Elemente geradezu zur Notwendigkeit machte. Infolge der Neugestaltung der sozialen Verhältnisse ist die Lage der Gesetzestreuen eine ziemlich prekäre geworden. Ganz besonders tritt dies hervor in den Ländern, in denen sie es noch nicht verstanden haben, sich die nötigen Organisationen zu geben. Die Gesetzeslreuen in diesen Ländern sind auf die Mithilfe ihrer Gesinnungsgenossen unter anderen Völkern angewiesen, die ihnen umsomehr und umso wirksamer gewährt werden kann, je größer der Kreis derjenigen ist, die sich in einer Organisation znsammenfindem Einen besonders großen moralischen und wenn man will, nationalen Vorteil mußte eine Vereinigung, wie die 41. I. gedacht ist, nach einer weiteren Richtung mit sich bringen. Dies ist das sich Näherbringen der Juden der verschiedenen Länder. Unterschiede der Erziehung, der Lebensweise und auch des Temperaments haben mit der Zeit eine Scheidewand zwischen den Volksgenossen und den Gesinnungsgenossen aufgerichtet, die dazu geführt hat, daß: ״lau jischmo isch sefas reieihu". Kreise derselben Bestrebungen und derselben Ideale stehen sich vollkommen fremd, man könnte beinahe sagen, feindselig gegenüber. Wir verstehen nicht oder wollen nicht verstehen, warum unsere Gesinnungsgenossen im Osten nicht der Zeitknltur Tür und Tor öffnen. Sie hinwieder können es nicht begreifen, mit welchem Rechte wir dieser Kultur auf Kosten der Thora einen solch weiten Raum gewähren, weshalb wir nicht denjenigen Grad von ״messirus hannefesch" in der Betrachtung der ״injonei daß wecmuna" geltend machen wie sie. Beide Teile lassen hierbei die historischen Beweggründe außer Betracht, die in der Gestaltung der Verhältnisse in erster Reihe wirksam gewesen sind. Hier soll die A.J. eine Synthese zu schaffen suchen. Eine Synthese, die in erster Reihe, so möchte ich die Aufgabe der A.J. auffassen, uns Westjuden zu Gute kommen soll. Denn in judaicis, in jüdischer Hinsicht sind wir es, die ärmer sind, die der Unterstützung, der Auffrischung bedürfen. Wir sollen und wollen durch die gemeinsame Arbeit der A.J. für den Kelall sie besser in ihren Ansichten, in ihren Bestrebungen, in ihrem messiras hannefesch kennen lernen. Das messiras hannefesch, das darin liegt, daß sie ihre Söhne ausschließlich dem Thorastudium weihen, das von unserer Seite gewöhnlich als unpraktisch bezeichnet wird, ohne daß wir uns hiervon Rechnung geben, daß auch sie Wohl wissen, wie wenig praktisch ihr Vorgehen ist, und daß sie trotzdem so Vorgehen. Wer im Rechte ist, kommt auch hier in unserer Betrachtung weniger in Betracht. Dies eine steht fest, daß auf Seiten unserer Brüder im Osten die größere Hingabe, die größere Begeisterung und ein größeres Maß *