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Blätter · 1918-07-01 · 7 (7.1918) · p. Seite 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blätter
Volume
4 (1918)
Issue
7 (7.1918)
Date
1918-07-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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4 Dinge im Lichte der Thora zu betrachten, alle Handlungen nur nach dem Willen der Tanroh auszuführen. Ein modernes, freiwilliges Ghetto würde auf diese Weise entstehen, in dem vor allem die jüdische Schule eine wesentliche Rolle zu spielen hätte. Aber nur in ganz wenigen Städten haben wir jüdische Schulen, und es ist wenig Aussicht vorhanden, daß sich dies in bälde ändern wird. Darum muß ein anderer Eindruck den Kindern eingeflößt werden, der noch nachhaltiger wirkt, als der Verkehr mit den Mitschülern; diesen Eindruck sott unser ״Esra" ansüben. Nicht n u r ein Wanderbund soll er werden, aber trotzdem doch vor allem anderen den Wandersport pflegen; denn was lockt unsere jüdische Großstadtfugend — die Mehrzahl unserer jüdischen Jugend befindet sich ja in der Großstadt - mehr als das Grün der Bäume, als die Flüsse, die Berge und die Seen. Aber nicht unter Entbehrungen und Verheimlichungen soll es der Jugend aus Wanderungen möglich sein, ihren Schab bos nnd ihre Speisegesetze zu halten, die Einhaltung dieser Gebote und Verbote muß ganz selbstverständlich sein. Kurz, wir wollen wandern und jeglichen Sport treiben, um die Jugend körperlich zu kräftigen, aber unsere größte Sorgfalt wollen wir doch auf ihre geistige Ausbildung verwenden. Das eine harmonisch mit dem anderen zu verknüpfen, soll unsere vornehmste Ausgabe sein. Der eifrige Esrawanderer und die eifrige Esrawanderin müssen ebenso fleißige Besucher unserer Schiurim sein. Unser ״Esra" soll die ganze freie Zeit der Jugendlichen mit Beschlag belegen, soll sie für den Kaprpf, den sie mit nichtreligiösen Kreisen zu bestehen haben werden, stählen und mit dem nötigen Rüstwerk versehen; denn dieses Ausschließen rlnd ängstliche Bewahren der Jugend vor fremden Einflüssen ist kein Zeichen der Schwäche, sondern nur eine Notwendigkeit, weil die Verhältnisse es mit sich gebracht haben, daß die Jugend schon in unreifem Alter dem Einflüsse der Eltern und Lehrer entrückt wird. Später, wenn sic mannbar geworden ist, mag sie in die Reihen der Älteren eintreten, bereit, ihr Ideal hochzuhalten und vor jeder Verunglimpfung zu schützen. Vorerst aber soll sie unberührt vom Kriegsgetriebe in unserer Trutzburg, dem ״Esra", die Pflichten des Ritters, des Gottesstreiters, erlernen. Noch vor ganz kurzer Zeit habe ich in unfern ״Blättern" die Bildung einer Arbeitsgemeinschaft aller gesetzcstreuen Vereinigungen vorgcschlagen. In diese Betrachtung hatte ich auch schon den ״Esra" hineingezogen, der damals den meisten Lesern Wohl nichts als ein leerer Name war. Heute aber hat er bereits eine reale Gestalt angenommen, und die anderen gesetzestreuen Vereinigungen müssen zu ihm Stellung nehmen. Vor allem heißt es jetzt aber für den B.J.A. ״sich entscheiden". Im B.J.A. spürt man auch, daß eine stärkere Anteilnahme an dem übrigen gesetzestreuen Ver einsleben bitter not tut. Von allen gesetzestreuen Vereinigungen ist aber am meisten der ״Esra" auf die Unterstützung des B.J.A.

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