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Blätter · 1918-06-01 · 6 (6.1918) · p. Seite 8

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Journal
Blätter
Volume
4 (1918)
Issue
6 (6.1918)
Date
1918-06-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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8 Eine jüdische Gartenstadt-in Deutschland. Eine Erwiderung von Moritz A. Loeb-Berlin. Eine regelmäßige Durchsicht der für die Jugend-Organisation der Agudas Jisroel bestimmten Blätter zeigt die erfreuliche Tatsache, daß unsere Jugend sich mit den Problemen, die in dem jüdischen Gegenwartsleben auftauchen, sich beschäftigt und redlich bemüht ist, Stellung zu ihnen zu nehmen. In der Art, wie dieses geschieht, zeigt sich viel guter Wille, sehr viel Idealismus und, dem jugendlichen Alter der Autoren entsprechend auch viel Mangel an Erfahrung. Das Letztere soll und kann kein Vorwurf sein; wir können von der Jugend nicht die Reife verlangen, die allein eine längere Wirksamkeit inmitten des praktischen Lebens vermag. Dagegen dürfte Wohl auch gegenüber einem jugendlichen Autor die Forderung erhoben werden können, daß, ehe er orbi et urbi ein Urteil fällt, sich mit dem Gegenstand, den er behandelt, ein wenig vertraut macht. Darin hat es der Artikel in der März-Nr. der Blätter der die gleiche Überschrift wie diese Zeilen trägt, recht reichlich fehlen lassen. Schon bezgl. der Darstellung des Werdeganges der geplanten jüdischen Gartenstadt muß man sagen: ״soviel Sätze, soviel Unrichtigkeiten". Ter behauptete Zusammenhang zwischen dem Verein zur Förderung der Bodenkultur und der Gartenstadtbewegung besteht nur in der Phantasie des Autors; die großzügige Kolonisierungsbewegung, die im letzten Winter stattgefunden haben soll, bestand in der Abhaltung eines öffentlichen Vortrags. Am meisten müssen wir es bedauern, daß die sich anschließende Behauptung: ״das Gelände ist gesichert" leider wieder nur in der blühenden Phantasie unseres Autors wurzelt. Was soll man dazu sagen, daß es im Anschluß daran heißt: ״Objektiv betrachtet soll dieser neue ״Auszug des Volkes Israel" Wohl eine Vorphase darstelle» zu der von Theodor Herzl in seinem Roman ״Altneuland" so packend geschilderten und vom Zionismus erstrebten ״Schaffung einer rechtlich gesicherten Heimstätte" in Palästina." Wenn das eine objektive Betrachtung ergibt, so hätte der Autor allerdings besser getan, die Frage subjektiv zu behandeln. Subjektiv hätte ihn eine Anfrage in zionistischen Kreisen dahin belehrt, daß dort die große Mehrheit der Gattenstadtbewcgung ablehnend gegenübersieht, weil man von ihr eine Beeinträchtigung des Jischuw- Erez-Jisroel befürchtet. Nach dieser ״objektiven" Einleitung kommt der Artikel endlich zur Hauptsache. ״Für unsere thoratreue Agudas-Jisroel-Jugend erhebt sich nunmehr die brennende Frage: welche Stellung zu diesen Kolonisierungsbestrebungen einnehmen?" In Beantwortung dieser Frage stellt der Artikel fest, daß die jüdische Religion die Verschmelzung mit der Natur gutheiße. Also L

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