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Blätter · 1918-06-01 · 6 (6.1918) · p. Seite 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blätter
Volume
4 (1918)
Issue
6 (6.1918)
Date
1918-06-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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7 Würde wahrlich Graetz gerade in dem biblischen Teil weniger gefährlich sein als in dom nachbiblischen, von dem leider nur die. Jugend etwas erfährt, die beim ״Lernen" bleibt. Wir haben uns zunächst auf den Standpunkt des Artikels gestellt und angenommen, daß die Teilnehmer an den Kursen wirklich Erwachsene sind, die schon einige Urteilsfähigkeit besitzen. Ob das aber tatsächlich so ist, muß stark angezweifelt werden. Möglich, daß es an dem Wohnorte des Verfassers der Fall ist, im allgemeinen ist es sicher anders. Im allgemeinen setzt sich das Publikum der Kurse der Agudah-Jugendgruppen zum größten Teil aus jungen Menschen zusammen, die höchstens den Kinderjahrcn ent wachsen sind. Kritikfähigkeit muß ihnen im großen und ganzen abgesprochen werden. Oder sind junge Menschen von 16—18 Jahren, die das Gros der Kursteilnehmer gewöhnlich bilden, wenn sic selbst die wissenschaftliche Befähigung für den einjährig-freiwilligen Dienst erworben haben, wirklich befähigt, einem Stoff, wie die jüdische Geschichte einen bildet, mit rechter Kritikfähigkeit gegenüberzutrcten? Unsere Erfahrungen haben uns gezeigt, daß das die meisten Absolventen von Vollanstalten noch nicht einmal vermögen, vielleicht noch nicht einmal Studenten niederer Semester, da es sich ja um Dinge handelt, die bei den meisten außerhalb ihres Spezialfachs liegt. Ist dem aber so, dann fallen B. E.'s Ausführungen noch viel sicherer. Denn alles von uns Vorgobrachte gilt dann in weit höherem Maße. Fassen wir zusammen. Wir bleiben dabei, daß bei den Verhültnissen, die wir jetzt haben, cs ziemlich ausgeschlossen ist, mit Wirklichem Erfolge jüdische Geschichte zu treiben, wenigstens in dem Umfange, den wir diesem Begriffe geben möchten. Will man es aber doch versuchen, so müßte der Weg der sein, daß der Kursleiter durch das Studium von Werken aller Richtungen sich bemüht, seinen Hörern ein objektives klares Bild der wirklichen Gcschehnissen zu geben, daß er immer und immer wieder mit strenger Wissenschaftlichkeit auf die Fehler hinweist, die von anderer Seite in der Auffassung grundlegender Fragen gemacht werden, daß er, wie B. E. es auch vorschlägt, vor allen Dingen darauf ausgcht, die großen Zusammenhänge anfzuwcisen, und die leitende Hand Gottes in der Gestaltung des äußeren Geschickes Israels zu zeigen, die natürlich auch auf die geistige Entwicklung ihre Einwirkung ausübt. Dann mag ja der Lehrer unserctwegcn nach Durchsprechung einer größeren Periode seinen Hörern selbst die Werke in die Hand geben, vor denen wir als vor ungeeigneten zur Vorbereitung gewarnt haben, damit durch Selbstarbcit sich cinprägt, was der Lehrer vorgesehen hat. liniere Im Felde Hellenden Freunde bitten wir um Ungabe uon Adressen- Änderungen unter Angabe der bisherigen Adresse und um Mitteilung der Feldadressen uon Freunden unserer Begebungen.

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