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Blätter · 1918-06-01 · 6 (6.1918) · p. Seite 4

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Journal
Blätter
Volume
4 (1918)
Issue
6 (6.1918)
Date
1918-06-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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B B - 4 - Wir nichts zu tun, wir treiben Geschichte, laßt sie liegen und lasset die schöne Darstellung der Bibel direkt auf euch wirken. Wäre das aber keine Vogelstrauß-Politik? Und kann er Graetz, der doch als Geschichtsschreiber gelesen wird, auslasscn, wenn er seinen Lesern empfiehlt, nach welchen Büchern sie die ״Tatsachen" zusammenstellen sollen, über die er sprechen will? Tut er cs doch, warum? Sind nicht Graetz' Darstellungen ebenso eingehend und anregend auch in diesem Teil der jüdischen Geschichte? Es ist ja derselbe leichte Plauderton, der den Leser in Band 2 anspricht, wie in Band 3, 4 usw. Tut er es aber eben deshalb nicht, weil er seinen radikalen Standpunkt als gefahrbringend ansieht, so muß er sich doch selbst sagen, was er uns erwidert, ״diese Bücher existieren doch nun einmal". Folgerichtig wird B. E. also seinen Hörern, auch wenn er die Zeiten Esras bespricht, Graetz zur Vorbereitung empfehlen müssen. Dann aber wird das Tatsachenmaterial, über das die Kursteilnehmer referieren, und das er durchsprechen will, ganz anders aussehen, als das, was er bieten würde, wenn er es vortrüge. Schlagen wir doch nur einmal Graetz auf. (Wir wollen wieder nur 2 Beispiele herausgreifen, um zu zeigen, wie pädagogisch falsch die gemachten Vorschläge sind, selbst wenn wir es mit schon etwas kritikfähigen Menschen zu tun haben). Da heißt es Band II 2 S. 99 ״Man erzählt, der persische Statthalter Tathnai und seme Mitbcamten hätten sich nach Jerusalem begeben und die Männer an der Spitze gefragt, mit welchem Rechte und mit welcher Erlaub nis sie denn den Bau fortführten. Diese hätten sich auf Cyrns berufen und auf eine von ihm ausgestellte Urkunde verwiesen. Der Statthalter Tathnai hätte darauf an Darms darüber Bericht erstattet, dieser habe die Urkunde des Chrus in der mcdischen Hauptstadt Egbatana (Achmata) gesunden und den Befehl erteilt, den Bau keineswegs zu stören, vielmehr ihn zu fördern, die Kosten desselben von den königlichen Einnahmen zu bestreiten und dazu noch Opfertiere, Weizen, Salz, Wein und Ol zu liefern, damit die Judäer in dem Tempel für des Königs und' seiner Kinder Leben beten mögen. Er soll sogar eine Strafe verhängt und einen Fluch ausgesprochen haben über denjenigen, der sich am Tempel vergreifen sollte. Tathnai habe darauf den Befehl den Führern in Jerusalem zugcstellt. All das hat keinen tatsächlichen Grund." , Dazu in Note l eine lauge ausführliche Auseinandersetzung, die in dem Resultat gipfelt, ״kurz alle chaldäischen Urkunden in Esra sind durchaus unecht". Oder eine andere Stelle S. 127, wo Graetz von Esras Wanderung nach Jerusalem spricht. Da heißt es ״Erstaunlich ist es, daß der König Ataxerxes (Longimauus) ebenfalls Weihgoschenke für das Heiligtum spendet und nach seinem Beispiel auch seine Räte und Großen . . . ." Dazu Note a) S. 128 ״Esra 8, 22, 36 aus dieser Qüelle. Nur diese Angaben können als historisch angesehen werden, dagegen ist die sogenannte Urkunde Ataxerxes' für Esra das. 7, 12—20 ohne Zweifel apokryph, denn der König spricht darin von dem Gott Israels und den jüdischen Interna wie ein geborener Judäer. Hätte Esra die Machtvollkommenheit

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