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Blätter · 1918-06-01 · 6 (6.1918) · p. Seite 2

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Journal
Blätter
Volume
4 (1918)
Issue
6 (6.1918)
Date
1918-06-01
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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2 wollen auch ferner die Voraussetzungen 58. E's. gelten lassen, und annehmen, wir hätten cs wirklich nur mit Erwachsenen zu tun und nicht vor allem mit Halberwachsenen, wie das Wort Jugendgruppe und Jugendorganisation eigentlich erwarten lietze. Da lätzt B- E. also die Teilnehmer den eigentlichen Stoff selbst ermitteln, die geschichtlichen Begebenheiten, deren Kenntnis der im Kurse vorzunchmenden Besprechung vorangehen muß, damit dann die großen Zusammenhänge aufgedeekt werden können. Er gibt für die späteren Zeiten, von denen wir jetzt zuerst sprechen wollen, den Teilnehmern die Darstellungcn von Bäck, Brann, Kaiserling, Graetz in die Hand, damit sie sich nach diesen über die objektiven Tatsachen informieren können, die dann der Besprechung durch den Kurslciter zu Grund gelegt werden sollen. Wir stimmen dem ganz zu, daß der Kursleiter selbst alles Mögliche lesen soll, je mehr, desto besser, notabene, wenn er urteilsfähig genug ist und Kenntnisse genug besitzt, auch die Darstellungen zu lesen, die jene Darstellungen, die fast durchweg auf Graetz fußen, zu bekämpfen suchen. Denn Vogelstrauß-Politik wollen wir nicht treiben, und wenn B. E. gefordert hätte, daß man den Hörern sagt, nachdem man eine größere Periode durchgenommen, leset bei Graetz und meinetwegen bei Bäck, Brann, bei Kaiserling oder bei Cassel nach, so wären wir die letzten, die dem widersprechen würden. Aber wir halten uns an die bewährte Pädagogik unserer Alten, die durch keine moderne Pädagogik überholt ist, in unserem Falle an den Satz: Schabeschto kiwwon dcol ol, daß ein Fehler, der sich einmal cingenistet hat, schwer wieder auszutreiben ist, daß der erste Eindruck, den man von einer Sache hat, den eine Darstellung hervorruft, am festesten haftet und schwer zu verwischen ist. Es gab einmal eine Zeit, da glaubte man, das beste Mittel zum Einprägcn des Richtigen sei, dem Lernenden recht viel Falsches vorzuführcn und daran diö Fehler zu zeigen, unsere Alten haben das nie gebilligt. Nnd jetzt wird jeder einsichtige Pädagoge dem zustimmcn, daß zuerst möglichst Tadelloses, Gutes und Bestes vorzuführcn ist, ivcil eben die ersten Eindrücke einer Sache und anch einer Darstellung am festesten haften. Wenn unsere Hörer, um ein Beispiel herauszugreifcn, erst bei Graetz oder bei Brann oder bei Bäck oder bei Kaiserling gelesen haben, daß man in Babylon von den Vorschriften über das Zusammenkochen von Milch und Fleisch keine Ahnung gehabt hätte, daß die Kenntnisse der mündlichen Lehre erst durch Rab nach Babel gekommen sei, daß die Folgerung also berechtigt wäre, die mündliche Lehre ist in späterer Zeit erst in Palästina durch die Tannaim nach Hillel^und Schainmai entstanden, dann dürste es selbst einem Pädagogen vom Range B. E.'s recht schwer fallen, diese grundfalschen Auffassungen auszurotten. Er müßte daran mindestens eine eingehende, sehr zeitraubende Würdigung aller Verhältnisse anknüpfen, während er bei umgekehrtem Vorgehen in viel leichterer Weise darüber hinwegkommt. In kurzen knappen Sätzen vorgetragen, wieso es kam, daß in der Gegend, in die Rab damals ging, die Thorakenntnis erstorben war, dabei kurz gestreift, daß zu allen Zeiten von Esra Stadtbiblioth »>

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