Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 4 (1918)
- Issue
- 6 (6.1918)
- Date
- 1918-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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_Blatt 6 Frankfurt a. M. 4. Jahrgang. Juni 1918. JBlätter herausgegeben von dem § nippenverband der Jlgudas Jisroel und der Jlgudas Jisroel Jugend-0rganisation. Bund gesetzestreuer jüdischer Jugendvereine. Zweck der Agudas Jisroel ist die Lösung der jeweiligen jüdischen Gesamtheitsaufgaben im Geiste der Thouroh. Zur Didaktik des jüdischen Geschichtsunterrichts (Bemerkung der Redaktion II.) — Eine jüdische Gartenstadt — in Deutschland. (Eine Erwiderung von Moritz A- Loeb.) — Aus unseren Gruppen. — Mitteilungen des geschäflsf. Ausschusses der A. I. I.-O. — Spendenliste. Zur Didaktik des jüdischen Geschichtsunterrichts. Bemerkung der Redaktion IT. Wir hatten im 1. Teil unserer Erwiderung auf B. E's. Artikel „Zur Didaktik des jüdischen Geschichtsunterrichts" uns darauf beschränken müssen, die Frage der Notwendigkeit des jüd. Geschichtsunterrichts im allgemeinen zu untersuchen und die Frage seiner Möglichkeit zu prüfen, wenn wir Verhältnisse voraussetzen, die der Wirklichkeit entsprechen, nämlich ein Publikum, das zu 90% die jüdische Literatur nur dem Namen nach kennt, ohne sich von ihrem Inhalt auch nur eine Spur von rechter Vorstellung machen zu können. Wir kamen für uns zu dem Ergebnis, wirklich jüdische Geschichte zu treiben, sei solchen Kreisen fast unmöglich, sie könnten höchstens die äußere Gestaltung der Schicksale der jüdischen Nation kennen lernen, die aber weit eher ein Kulturbild der Völker gibt, in deren Mitte wir Gastrecht genossen, als ein Bild der Kultur und des geistigen Lebens unseres Volkes. Wir wollen nun aber einen Augenblick unseren Standpunkt verlassen, wollen annehmen, B. E. habe Recht; soweit das Verständnis für Geschichte in Betracht käme, sei die Möglichkeit von Gcschichtskurseu zu bejahen, um von diesem neuen Standpunkte aus die Wege zu betrachten, die B. E. einschlagen will. Wir waren nach den Vorausschickungen, die er diesem Teil seiner Ausführungen macht, sehr gespannt. Besonders waren es die pädagogischen Erfahrungen, die ihm zur Seite stehen, die uns als Pädagogen von Beruf besonders interessierten. Wir hofften, etwas lernen zu können. Aber die Enttäuschung kam bald. Wir