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Blätter · 1918-05-01 · 5 (5.1918) · p. Seite 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blätter
Volume
4 (1918)
Issue
5 (5.1918)
Date
1918-05-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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müßten: „Das, woraus Ihr gesetzestreuen deutschen Juden stolz seid, das, dessen Ihr Euch vielleicht mit Recht rühmen zu können glaubt, das jüdische System Eurer Führer, eines S. R. Hirsch z. B., es ist in Wahrheit nur eine neue Form der Assimilation, es ist nur in jüdisches Gewand gekleidete Weltweishcit einer ganz anders als jüdisch informierten Geisteskultur", Worte, die jeder von uns, der mit nationalgesinnten Ostjuden zusammenkam, wohl hören mußte. Und doch vermeinen wir ist dieser Vorwurf, der allerdings kein Vorwurf sein soll, nicht gerechtfertigt. U. E. nach ist auch in der Auffassung des Judentums eines H i r s ch, eines Hildesheimer oder V e h m a n n nicht in erster Reihe der Universalismus vorherrschend. Wenn wir uns tatsächlich und es ist beinah der Fall , an diese Auffassung gewöhnt haben, so ist dies wohl einerseits auf die Häufigkeit zurückzuführen, mit der diese Meinung in der Polemik zu finden ist, ,311m Teil allerdings auch — und darauf kommen wir noch zu sprechen auf die Haltung, die westdeutsche Kreise in den letzten Jahren angenommen haben. Auch in den Werken und gerade in de» Werken eines Rabbiners Hirsch pulsiert in erster Reihe ganz ursprünglich der Gedanke des Nationalen, und erst aus dem Nationalen erwächst dann bei richtiger Betätigung das Universale. Wir glauben, daß es wichtig ist, dies in der heutigen Zeit zu betonen und wenn nötig zu beweisen. In richtiger Erkenntnis der grundlegenden Wichtigkeit der Jugenderziehung haben nationale Kreise dieses Gebiet als Feld ihrer Haupttätigkeit gewählt. Und wir alle sind uns keinen Augenblick darüber im Unklaren, daß, wenn nicht in der Art der Jugenderziehung unserer westeuropäischen gesetzeStreuen Judenheit sich ein gewaltiger sofortiger Untschwung vollzieht, der«u Rückgang mit Riesenschritten weiter fortschreiten muß Wir haben längst einsehen gelernt, daß ein System, das unserer Zeit den nichtjüdischen Disziplinen opfert, keine Juden erziehen kann. Aber, wenn es in Deutschland dahin gekominen ist, ist das tvirklich eine Folge der Kampscsart unserer großen Führer? Sind nicht vielmehr hier die Ursachen ganz andere? Sollten tatsächlich „die Gleichstellung der profanen Bildung mit der jüdisch-nationalen des Thoralernens, die Konfessionalisierung des Judentums, das sich Verkapseln in eine Mindcrheitsgruppe" tatsächlich die Folge der Kampfesform und der Auffassung unserer großen Meister sein? Betrachten wir einmal die Auffassung des Erziehungsproblems bei Rabbiner Hirsch, ioie er sie in seinem Chaurew 8 553 darlegt. Es heißt dort: „Wir hätten demnach allgemein als Gegenstände des Unterrichts für Israels Jugend: 1. Hebräische Sprache ‘2. Muttersprache (Deutsch) 3. Thauroh, Re'wiim und K'ssuwim (dies zunächst mehr in Rücksicht auf Sprache, dann aus Inhalt fürs Leben, im Verbände als Hilfswissenschaften)

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