Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 4 (1918)
- Issue
- 4 (4.1918)
- Date
- 1918-04-01
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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— 11 kennt, der einzig richtige Ausweg zu sein, daß man sich „offiziell wenigstens", dahin einigte, die Entscheidung der Frage den einzelnen Jugendgruppen zu überlassen, die sich direkt mit der Organisationsleitung darüber ins Benehmen zu setzen hätten. Aber das Wörtchen „eventuell", das B. E. dem Beschlüsse hinzusetzt, zeigt, daß er eigentlich keinen Wert hat, da er eben so aufgefaßt werden Kann, als stünde es im Belieben der^ einzelnen Gruppen, ob sie sich mit der Organisationsleitung in Verbindung jepcn wollen oder nicht. Dann aber stünde der Beschluß nur auf dem Papier. Und selbst wenn das „eventuell" lvegfiele, wie cs denn tatsächlich in dem Beschlüsse nicht steht, ist er auch mir von zweifelhaftem Wert, denn wie kann die Organisationsleitung den Richter spielen wollen, der entscheidet, ob der Kursleiter die genügenden Fähigkeiten besitzt, sich so vorzubereiten, daß er die Gewähr bietet, daß wenigstens die Tatsachen, die er wiedergibt, objektive Darstellung des Geschehenen sind. B E. geht dann zur Frage über, ob der jüdische Geschichtsunterricht uns tatsächlich in unseren Bestrebungen wesentlich fördern würde und glaubt, die Frage bejahen zu müssen, weil die Trennung unserer Vergangenheit von unserer Gegenwart nur vom Schaden sein könnte. Wir müssen gestehen, die Trennung, die B. E. sieht, können wir nicht erblicken. Selbst ohne die Leidensgeschichte unseres Volkes zu Zeiten der Kreuzzüge, des schwarzen Todes, zu Zeiten Chemelniekis, zu Zeiten j der spanischen Inquisition und der neuesten Judenpogrome eingehend zu behandeln, haben wir doch Gelegenheit genug, davon zu sprechen, unser Unterricht in den Büchern der Propheten, deren Ewigkeitsgedanken wir unseren Zöglingen doch auch vermitteln, gibt uns genug Gelegenheit, auf die Ähnlichkeit, die Gleichheit sogar „des Sinnes der spanischen Vertreibung und der russischen Pogrome und der erziehenden Leiden des ägyptischen Golns" hinzuweisen. So fremd bleibt keinem jüdischen Kinde eine dieser Perioden, daß wir nicht im Prophetenunterricht Verständnis dafür fänden, wenn wir auf die Punkte Hinweisen, die B. E. als Bindeglied zwischen Vergangenheit und Zukunft in unserem Unterricht vermißt. Man braucht nur den zweiten Teils des herrlichen Kapitels 26 in Jesaja richtig zu behandeln, und das Bindeglied zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Heilszukunft Israels ist gegeben. Und bietet denn das jüdische Jahr mit seinen Festes- und Traucrzeiten nicht Gelegenheit genug, die Verknüpfung herzustellen. Die Aumerzeit weist uns doch direkt hin auf die Behandlung jener Leidensperiode Israels, die Chanukkahtage geben uns Gelegenheit, von Zeiten des Aufschwungs und des Glückes zu reden, die „3 Wochen" erzählen nicht nur von den letzten Kämpfen um Selbständigkeit, sondern auch von den spanischen Leidenszeiten und den Tagen der Kreuzzüge, und ihre rechte Behandlung gibt dem Kinde genug Gelegenheit, die leitende Hand Gottes in der Geschichte seines Volkes wieder zu finden.