Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 4 (1918)
- Issue
- 4 (4.1918)
- Date
- 1918-04-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/6467833-8970266-8970271--0530-6467899- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
4 Was ich mit dieser Arbeitsgemeinschaft bezwecken will, ist klar. Lehrer und Lernende, Führer und Geführte werden dabei nur Vorteil haben. Dadurch, daß sich zwei oder noch mehr Vereinigungen mit gleichen Zielen nicht mehr entgegenarbeiten oder nebeneinander herarbeiten, wird eine Zersplitterung der Kräfte vermieden, und in der gemeinsamen Gruppe ein intensiveres Arbeiten ermöglicht. Zur Didaktik des jüdischen Geschichtsunterrichts. Von B. E. „Das Beste, was wir von der Geschichte haben, ist die Begeisterung, die sie erzeugt." Goethe. Auf dem letzten Delegiertentag der Agudas-Jisroel-Jugendorganisation in Berlin kam bei der Besprechung der Lehrgegenstände, die in das Programm der Agudoh-Kurse ausgenommen werden sollten, auch die Frage über die Zulässigkeit und Notwendig- , keit des jüdischen Geschichtsunterrichts zur Diskussion. Ich glaube, es zeigten sich damals einige Gegensätze in den Ansichten; offiziell hat man sich dann auf den einzig möglichen Modus geeinigt: diese Frage den einzelnen Jugendgruppen zur Entscheidung zu überlassen, die sich eventuell direkt mit der Organisationsleitung darüber zu verständigen hätten. Das war bei den so sehr verschiedenen Vorbedingungen, die in den einzelnen Gruppen nach Lehrer- und Schülermaterial gegeben sind, praktisch der einzige Ausweg. Das schließt aber natürlich nicht aus, daß dieser Punkt einmal theoretisch und prinzipiell in seiner Bedeutung für unsere Jugendgruppenarbeit erörtert werden mutz. Es ergeben sich dabei zwei Fragen: Erstens kann uns der jüdische Geschichtsunterricht in unseren Bestrebungen, d. h. der Heranbildung der Jugend zum Agudoh-Jdeal, wesentlich fördern, und zweitens, wenn das tatsächlich erwartet werden kann, Wie müssen wir diesen Unterricht in unseren Jugengruppen gestalten? Zur Beantwortung der ersten Frage möchte ich das an die Spitze gestellte Goethe'sche Wort (es ist viel bestritten, mißdeutet und verteidigt worden), nicht zur Diskussion stellen. Ich möchte vielmehr daran erinnern, was ja in letzter Zeit oft ausgesprochen wurde, daß es auf unserer Seite bei aller intensiven Arbeit innerhalb der Organisationen so oft an dem eigentlichen Enthusiasmus fehlte, an der Begeisterung für die Sache, die i^ir bei anderen Organisationen gerade als die Quelle überraschender Erfolge sahen. Auch Herr Dr. Unna hat das in seinem Artikel „über nationale Erziehung" im Novemberheft des Jeschurum erwähnt. Er sieht, wie