Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 4 (1918)
- Issue
- 3 (3.1918)
- Date
- 1918-03-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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7 irgendeines „neugebackenen" Kommis oder eine Oberstiftes rügt und dann gleich, statt bei dem angefangenen Thema zu bleiben, aus dem engen Kreise unserer Agudo heraustretend, unser Verhalten Andersdenkenden und Andersfühlenden gegenüber zu präzisieren sucht. Ich möchte dies beinahe eine Verkennung der Tat- , sachen nennen, die nicht unwiderlegt hingenommen werden kann; zum Allermindcsten aber darf man Herrn Land beneiden, wenn er in seinem Arbeitskreis über nichts anderes zu klagen hat, und ihn dazu beglückwünschen; seine Agudo-Gruppe muß ja ein wahrhaftes Ideal sein. Mir deucht die Wurzel des Übels, das auszurotten wir bestrebt sein wollen, vielmehr der Besitz einer etwas zu starken Dosis Ehrgeiz zu sein. Tritt dieser in mäßigem Umfange auf, so gereicht er dem Träger dieser Tugend zur Ehre; ist er dagegen irgendwo zur Ehrsucht angewachsen, so wird aus der Tugend eine Untugend, unter der nicht nur das gute Einvernehmen gestört wird, durch die auch jedes positive Arbeiten unmöglich gemacht und das Ansehen der Agudo geschädigt wird. — Lock» nun wieder zum Thema zurück! Herr Land hat aus der Fülle der Materie einen Punkt zur besonderen Würdigung berausgegriffen, der ini täglichen Leben des Juden akut geworden und für die Anhänger der Agudo-Jdee zu solch gewaltiger Bedeutung gelangt ist, daß wir ihm Dank dafür wissen müssen, daß er uns über die Stellungnahme der Agudo zu diesem Problem aufzuklären versucht hat; dieses Problem ist der Zionismus einerseits und der zionistische Jude andererseits. Wie mir gerade aus seinen, diesen Punkt betreffenden Ausführungen hervorzngehen scheint, haben wir es in Herrn Land mit einem „Solen", mit einem gereiften Mann zu tun, was uns seine Mahnworte in um so höherem Lichte und um so größerer Bedeutung erscheinen läßt, und ich bin gewiß, daß Herr Fritz Land auch Ihnen, liebe Leser, aus der Seele gesprochen hat, indem er zarte Rücksicht auf den Nächsten und dessen menschliche Schwächen sowie Unantastbarkeit der Person als unerläßlich hinstellt und ein gegenteiliges Benehmen als unöereinbar mit der Würde und den hohen Zielen der Agudo kennzeichnet. Herr Land hat damit in bemerkenswert offener Weise die Hetzer abgeschüttelt und sich rückhaltlos zu jener ehrlichen Politik bekannt, der das Wort reden zu hören, »nan freudig begrüßen karm, nachdem gerade in dieser Hinsicht leider — selbstredend nicht nur von Agudisten — so gern gesündigt wird. Ich bin entschiedener Bekenner des in dem „Familiensinn" in so schönen Worten zum Ausdruck gebrachten erhabenen Gedankens, wonach es keinem Zweifel unterliegen darf, daß der Zionismus es mit der jüdischen Nation gut meint; eine andere Anschauung hegen die verantwortlichen geistigen Führer unserer Bewegung nicht. Trotzdem ich nicht nur den Weg der Zionisten zum Teil für absolut abirrend halte, sondern leider auch ihre Handlungsweise nicht immer loyal nennen darf, so stehe ich doch vollkommen auf dem Standpunkt, dem Herr vr. Meier Hildesheimer auf dem vor