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Blätter · 1918-03-01 · 3 (3.1918) · p. Seite 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blätter
Volume
4 (1918)
Issue
3 (3.1918)
Date
1918-03-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Indessen muß auch die Agudas Jisroel dem Zug der Zeit Rechnung tragen. Eine Welle „nationalen" Empfindens schwillt auch durch orthodoxe Lande, durch den Krieg aufgepeitscht. Gewähren wir unserer Jugend nicht den von Rabb. Unna (Jeschurum IV, S. 561) geforderten nationalen Einschlag in ihre Erziehung, so mag eine momentane Aufwallung sie leicht in das andere Lager Hinübertreiben. Daher wollen wir in der Agudas Jisroel die gleichen Ziele wie jene Kolonisatoren verfolgen, auf Grundlage der Forderungen unserer Religion, die jene verlassen haben: Möge also die neue Jahreszeit von den Gruppen dazu benutzt werden, erstens ihren jüdischen Kreis durch immer engeren Zusammenschluß und gemeinsames Lernen zu festigen und zu erweitern, zweitens aber ihren Mitgliedern durch Wanderungen und Landarbeit die Offenbarung der Natur zu erschließen. Beides kann wieder die wahre Liebe und die unauslöschliche Begeisterung für die Weltaufgabe des Judentums: Mamleches kauhanim wegoi kodausch im Sinne unserer Agudas Jisroel nur fördern! Betrachtungen über Familiensinn. Eine Entgegnung. Das Dezemberheft der „Blätter" bringt uns einen beachtenswerten Artikel Fritz Land's, „Familiensinn" betitelt. Ich habe leider noch nicht das Vergnügen gehabt, den genannten Herrn kennen zu lernen; aber ich bin nichtsdestoweniger sicher, daß er es mir mauchel sein wird, daß ich mir gestatte, nachstehend auf seine Ausführungen ein klein wenig einzugehen, prägt er doch selbst in der ihm scheinbar eigenen Toleranz die Worte: „Ihre Sache mögen, müssen wir bekämpfen". Nun, kämpfen will ich natürlich nicht, oder doch nur insoweit, als es zum Wohle unserer Agudo geschehen kann, und sachlich zu bleiben, ist m. E. die edelste Aufgabe eines Kritikers. Der angezogene Aufsatz verfolgt die Tendenz, die jüdisch orthodoxe Jugend, was Behandlung des Nächsten betrifft, nach den schönen Worten „Kol Jisroel Chawerin se lose" auf den Pfad der Tugend zu lenken, bezw. zurückzuverwoisen, und mit dem Hinweis darauf, daß wir stets der uns aus unserer Eigenschaft als Kinder eines Jaakauw erwachsenden hohen Pflichten eingedenk sein müssen, appelliert er an das Ehrgefühl der jüdischen Jugend. So selbstverständlich liebevolle Rücksichtnahme auf jeden, welcher Konfession und, innerhalb derselben wiederum, welcher Anschauung er auch immer sein möge, erscheinen dürfte, so ist der Mahnruf im „Familiensinn" alles andere als unberechtigt. Jedoch übergeht Herr Land, wie mir scheinen will, vollkommen den Kernpunkt der Sache, indem er den ungerechtfertigten Dünkel

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