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Blätter · 1918-03-01 · 3 (3.1918) · p. Seite 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blätter
Volume
4 (1918)
Issue
3 (3.1918)
Date
1918-03-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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3 Gottesdienst, aus Geb-et und Lernen sich erbauenden religiösen L e b e n s h a rm o n i e! Die Jugend aber insbesondere, deren schönster Vorzug ja die Absolutheit des Wollens, die souveräne Verachtung aller „Minimalprogramme" ist — sie kann mit solchen Schlagworten nun ganz und gar nichts anfangen. Entweder' es gibt ein legitimes Nationaljudentum ohne Thora, dann wird das „Minimalprogramm" beanspruchen dürfen, das Maximum an Begeisterungsfähigkeit und Hingabe von seinen Bekennern zu beanspruchen — oder aber dieses Minimalprogramm ist ein Verrat an dem geschichtlichen Beruf des Judenvolkes, dann möchte ich um alle Schätze der Erde nicht die E n t r ü st u n g oder das schmerzliche Bedauern über diesen Verrat als Wahrzeichen für die Echtheit jüdischer Gesinnung bei unsrer Jugend vermissen. Junge Menschen mit einer Brandmauer im Herzen, neben der links die Begeisterung für das thorafreie Minimaljudentum des Zionismus pulsiert, rechts das Hithlahawus für Tauro und Mizwaus, das sind, gelinde gesagt, Ausnahme-Erscheinungen, auf die sich eine Volksbewegung nicht stützen kann. Nicht etwa d i o Möglichkeit soll hier negiert werden, daß die politische Leitung einer Agudas-Jisroel-Landesorganisation oder gar der Gesamtorganisation irgendwann zu konkreten Zwecken, die das politische oder wirtschaftliche Interesse der Judenheit berühren, mit zionistischen Verbänden zusammengehe — wohl aber die Vorstellung von der ideellen Vereinbarkeit der zionistis ch e n Grundidee mit der durch die „Agudas Jisroel" vertretenen Grundidee des geschichtlichen Judentums. Die Jugend aber vor allen soll der Bannerträger der Idee sein in ihrer kompromißlosen Reinheit; nur dann wird sie die Kämpfe bestehen können, die das Leben in tausend wechselnden Formen dem Juden nimmermehr erspart. Eine jüdische Gartenstadt - in Deutschland. Von Arnold Merzbach-Berlin. Vor drei Jahren hat der „Verein zur Förderung der Bodenkultur unter den Juden" nahe Charlottenburg einen Geländestreifen gepachtet, der in seinen einzelnen Teilen an jüdische Interessenten vermietet wurde, die hier unter sachgemäßer Leitung sich die Grundlagen einer landwirtschaftlichen Ausbildung aneignen konnten. Das Unternehmen hat unter der jüdischen — insbesondere der nationalgesinnten — Jugend des Berliner Westens regen Beifall gefunden, ein Beweis, daß bei ihr das Bedürfnis „zurück zur Natur" vorhanden ist.

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