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Blätter · 1918-02-01 · 2 (2.1918) · p. Seite 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blätter
Volume
4 (1918)
Issue
2 (2.1918)
Date
1918-02-01
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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10 - lieber die Organisation der gesetzestreuen Jugend. 1. stud. jur. Heinrich Cohen, Cöln. Von dem großen Werte und der hohen Bedeutung der Organisation hat der bisherige Verlauf des Weltkrieges zur Genüge Zeugnis abgelegt. Sie allein ermöglichte es den Mittelmächten, den Kampf gegen zahlenmäßig weit überlegene Gegner mit Erfolg zu führen. Welcher Umstand läßt denn nun die Organisation zu einer solch großen Macht werden? In ihrem Wesen ist ihre Kraft begründet. „Die Organisation ermöglicht es, alle vorhandenen Kräfte z u sa m m c n z u f a s s e n, weiterz u bilden und re st los auszu nütze n". Sie stärkt daher die Kräfte außerordentlich und ist besonders für eine Minderheit oft erhaltend. Und die thoratreue Jugend befindet sich in einem Kampfe mit offenen und verborgenen Gegnern. Der Kamps ist blutig, sehr blutig und vermindert das um das Thorabanner geschaarte Häuflein. Wohl sind es tapfere Männer, die, das Antlitz geradeaus gewandt, das Banner Hochhalten und keinen Schritt Erde preisgebcn. Jedoch die Zahl der Kämpfer wird immer kleiner, und der Ersatz kommt, ach, zu spärlich, um die entstandenen Lücken auszufüllen. ■Des Pudels Kern: -- Ganz davon abgesehen, daß es sehr schwer ist, neue Kräfte in unser Lager zu bringen, gelingt es uns kaum, unfern Nachwuchs für den Kampf zu gewinnen, den wir zwar nicht suchen, den uns aber unsere Gegner nicht ersparen werden. Was geschieht nun von gesetzestreuer Seite, um die Jugend zu gewinnen. Die Antwort: An allen Orten, in denen es die Zahl der jungen Leute gestattet, bestehen Chewraus, Jugendvereine, die zum Teil in neuerer Zeit in der Agudas-Jisroel-Jugendorganisation aufgegaugen sind oder sich ihr angeschlossen haben. Als Maßstab für die Durchschnittsleistung dieser Jugendvereine dient mir unser hiesiger gesetzestreuer Jugendverein. Das Arbeitsprogramm dieses Vereins wies im Jahre 1914 folgende Veranstaltungen auf: Verschiedene Herrenschinrim, Damenschiurim, Vortragsabende, eine Bibliothek, eine Turnriege, Wanderungen, Chanuka- und Purimveranstaltungen. Ties war das Friedensprogramm eines Vereins von 100 Mitgliedern. Bei diesem, wie überhaupt bei allen Jugendvereinen vermisse ich die Organisierung der jüngsten Jugend. -- Es ist dies meiner Meinung nach ein sehr schwerer Fehler, und wir könnten in dieser Beziehung wie überhaupt in allen Organisationsfragen viel von den Zionisten lernen. Knaben und Mädchen sind immer mit Freuden dabei, sofern man das Arbeitsprogramm auf das Auffassungsvermögen der Kinder einstellt. Den Schwerpunkt dieser Veranstaltungen würden dann naturgemäß Wanderungen, andere Sportvergnügen und gemütliche Zusammenkünfte bilden. Ich halte diesen Punkt für so wichtig, daß er den Gegenstand einer besonderen Erörterung bilden soll. —

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