Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 4 (1918)
- Issue
- 2 (2.1918)
- Date
- 1918-02-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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9 man besonders von der Jugend den Einwand: Wie sollen wir ein getreues Bild der jüdischen Religion entwerfen können mit dem Surrogat von Unterricht, den wir genossen! Da müssen die Jugendgruppen bestrebt sein, diese religiös fühlenden Leute zu sich heranzuziehen, und auch um die vereinzelten das Band schlingen, das sie mit der Gesamtheit verbindet, ihnen die sehnlichst erwünschte Belehrung zu teil werden lassen. Unsere gesetzestreuen Akademiker und Kaufleute müssen ihren Brüdern und Schwestern vom Lande zeigen, wie die Thora und die höchste Stufe der Kultur ein harmonisches Ganzes und den Menschen erst wahrhaft veredeln. Wir müssen sie bekannt machen mit den Werken eines S. R. Hirsch s. A., daß sie vertraut werden mit dem Geiste, der diese Schriften durchzieht. Welch' wohltuender Einfluß Hirsch'sche Gedanken auf das religiöse Gemüt ausüben, machte ich erst kürzlich die Wahrnehmung. Eine junge Dame, der diese Schriften durch Vermittlung eines gesetzestreuen Lehrers, der in dem Orte in Garnison war, zum ersten Male zu Gesicht kam, versicherte mir, daß sie, seitdem sie sich in diese Werke vertiefte, erst die Erhabenheit unserer Religion kennen lernte und nun Welt und Judentum mit anderen Augen betrachtet. Dieser Kleinarbeit auf dom Lande, der sich die Gruppen nicht entziehe» dürfen, wird die schlummernde Liebe für Thauro und Erez Jisroel zur Hellen Flamme entfachen und den Gruppen einen tüchtigen Stab von Mitarbeitern gewinnen. Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, wie notwendig uns die Agudas Jisroel war und daß ihr Wirken bisher so segensreich war, lese man jenen rührenden, von Seelenschmerz durchzitterten Dankbrief der unglücklichen Flüchtlinge von Deutsch Broda an die Agudas Jisroel. Nur Menschen, die solch seelisches Weh erlebten, werden voll und ganz die Größe der Wohltat ermessen, die ihnen durch das Eingreifen der Aguda geworden. Daher darf auch der Appell des Gruppenverbandes um Bereitstellung der Mittel, das Werk zu vollenden, nicht ungehört verhallen. Vielmehr nüssen wir junge Anfänger der Agudo, an die sich der Aufruf besonders wendet, unsere ganzen Kräfte dafür einsetzen, bei Freunden und Bekannten dafür werben, daß es gelingt, die erforderliche Summe zusammenzubringen, jeder Einzelne muß teil haben an dieser großen Mizwo. Ich möchte den Vorschlag zur Diskussion stellen, sich nach dem bekannten amerikanischen Wohltätigkeitssystem an dem Werke zu beteiligen, indem die Mitglieder sich entschlössen, den Verdienst eines zu bestimmenden Tages dem großen Werke zu opfern. i—il -xv. u i 1 1 II XX TT J Gedenket der Kriegsnot unserer Midien Brüder! =>0<=