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Blätter · 1918-02-01 · 2 (2.1918) · p. Seite 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blätter
Volume
4 (1918)
Issue
2 (2.1918)
Date
1918-02-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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8 ling sich Wählen soll, das sei, so sagen unsere Weisen man lese die Stellen in der Gemoroh die Tochter eines Talmid chochom. Diese Forderung stellen sie unerbittlich. Und damit zeigt sich das feine Wissen unserer Chachomim von der Psyche des Menschen. Gibt es nicht in den Kreisen moderner Psychologen einen Streit über Feminismus und Antifeminismus? Und wie stehen unsere Weisen zu dem Problem? Nicht genüge es, daß du selbst Thauroh gelernt habest, wie es wichtig ist, daß die Frau, die du dir heimführen willst, Thauroh gehört habe in ihrem Elternhause. Sie bringt den Reiach hathauroh, den Hauch des Göttlichen, dir in das Haus, ohne den dein Haus, das jüdische Haus, keinen Bestand haben kann. Aus den Häusern, den Familien setzt sich die Volksgemeinschaft, der Staat, zusammen. Also geht, Ihr Psychologen, aber wichtiger ist, geht Ihr jüdischen Jünglinge, die Ihr ja von jeher durch einen hellen Sinn für hohe Ideale ausgezeichnet seid, und setzt Euch zu den Füßen unserer Weisen. Diese Stellen in Kidduschin und Pesochim man möchte ihnen in thoragelehrt gesetzestreuen Kreisen hierzuland mehr Beachtung wünschen — sind der schönste Beweis für den hohen Anteil, den die jüdische Frau beim Werk des Thoralernens hat. --i-- Eine Anregung. Von Camillr Bloch-Scharrachbergheim. Mit nachstehenden Zeilen möchte ich zu den angeregten Fragen in dem sehr beachtenswerten Aussatze „Neuordnung" von G. Schmidt, Stellung nehmen und zugleich einem Wunsche des Herrn Verfassers entsprechen' Darin werden alle Thorafreunde Herrn Schmidt beistimmen, daß es vornehmste Ausgabe der Gruppen sein muß, „das Lernen" intensiv zu pflegen. Heute wo leider die Agudo, infolge des Weltwirrens, im positiven Schaffen vielfach gehemmt ist, müssen wir erst recht darauf bedacht sein, unsere Freunde mit solchem Thorawissen auszurüsten und zu wappnen, die sie befähigen, sich mit Ernst der Lösung der Riesenaufgabe zu widmen, die die Zukunft uns zweifellos stellt. Nur aus dem sicheren Fundament der Thorakenntnis im Verein mit Derech Erez wird es uns gelingen, etwaige Schwierigkeiten zu überbrücken, die sich uns entgegenstellen sollten. In diesem Zusammenhang möchte ich die Aufmerksamkeit auf einen Punkt lenken, der sehr im argen liegt. Jeder, der in der Großstadt den Willen hat, sich über religiöse Probleme Belehrung zu holen, kann dies in den verschiedenen Chevros, oder bei Freunden und Genossen, die auf dem Boden des traditionellen Judentums stehen, tut}. Anders in den Landgemeinden. Hier herrscht über manche religiöse Dinge eine falsche Anschauung. Weil es eben an der nötigen Aufklärungsarbeit fehlt, macht sich der Jndifferentismus breit. Oft, wenn sich das Tbema um religiöse Fragen dreht, hört

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