Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 4 (1918)
- Issue
- 2 (2.1918)
- Date
- 1918-02-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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4 die erste Weltorganisation mit der Thauroh als Programm! In ihr soll wieder die Stimme der Thauro oberstes Prinzip und einzige Richtschnur sein. Die alte, ewig junge Thauro im modernen Gewand der Organisation! Welche Perspellive, wenn wir erst alle gelernt haben werden, uns als Teil der Organisation zu fühlen, deren Programm die Thauro ist! Wo zum uralten Programm der Thauro noch hinzutritt der Begriff der Treue zum Programm der Agudas Jisroel! Oder sollten wir den umgekehrten Weg verachten - wo als Grundlage zuerst sich aufbauct die Treue zur Agudas Jisroel als einer Organisation und hieraus dann erwächst die- Treue zur Thauro selbst als dem Programm dieser Organisation. Darum ihr Führer: Habt Vertrauen zur Jugend, lehret sie mitzuarbciten, weist ihr ein weites Betätigungsfeld zu. Vor allem aber: beschäftigt Euch mit der Jugend, lernt sie kennen und ihre Wünsche achten, sucht ihr Vertrauen zu erringen; Mit G. H. werden recht bald vom Felde heimkehren viele, viele jüdische Menschen mit tausend guten Vorsätzen im Herzen und mit der Sehnsucht nach jüdischer Betätigung, die sie so lauge nicht üben konnten. Nie kehrt eine Gelegenheit wieder wie die des Weltkrieges Ende, wo die Herzen dem Führer entgegenfliegeu in Sehnsucht und Verlangen nach höheren, unvergänglichen Worten. Bereitet Euch vor, Ihr Führer, daß der Sehnsucht unserer tapferen Krieger auch ihre Erfüllung werde! Anteil der Frau beim Werk des Thoralernens. Wenn Dinge ihre Selbstverständlichkeit eingcbüßt haben, so spricht man über sie. Oder ist cs nicht selbstverständlich^ daß Thora gelernt werden soll in Israel. So viel mau in unseren Tagen über Thorastudium spricht, in demselben Maße schweigt man über den Anteil, den die Frau dabei hat. Das ist rühmend für uns, ginge doch aus dem Schweigen hervor, daß uns jüdischen Frauen unsere Aufgabe beim Werk des Thoralernens selbstverständlich ist. Oder hat man uns nur vergessen? Und man könnte eines Tages auch darüber zu reden anfangen, wie wesentlich wir bei der Erfüllung vornehmster jüdischer Pflicht, bei Limmud Hathauroh beteiligt sind. Nicht theoretische Erörterungen über diesen Gegenstand wollen nach stehende Zeilen bringen, sondern einiges, was mir in meiner Praxis darüber begegnet ist. In einer der Oberklassen unseres Lhccums stellte ich einmal im Religionsunterricht die Frage nach dem Unterschiede zwischen West- und Ostjuden. Welches der Anlaß zu der Frage war, weiß ich nicht mehr. Jedenfalls ließ ich ihn mir nicht entgehen, nicht etwa, weil das Thema aktuell gewesen wäre§ — man schrieb und sprach