Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 4 (1918)
- Issue
- 2 (2.1918)
- Date
- 1918-02-01
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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als aufrechte Jehudim in unserer modernen Zeit leben zu können, Das geschriebene muß das gesprochene Wort ersetzen! Das ist die große Wichtigkeit, das ist die Notwendigkeit einer Verbandsbibliothek, und ihre Gründung, ihre baldige Gründung halten wir für eine unserer vornehmsten Ausgaben. Denkt, wieviel von ihr für die weitere Ausbreitung unserer Organisation, ja des gesetzestreuen Judentums überhaupt abhiingt. Unterstützt uns bei unserer Arbeit! Spendet für unsere Bib liothek! Nur wenige Tausend Mark sind nötig, und dem neuge schaffenen Werk werden herrliche Früchte entsprießen. Spenden nehmen entgegen Herr Direktor Dr. Lange, Frankfurt a. M., (Postscheckkonto Frankfurt a. M. 662») und Herr Mar Cohen, Cöln (Postscheckkonto Cöln 52090). Der geschäftsführende Ausschuß und der Vorstand der A. I. I. O. Dir. Dr. frattge. Max Cohen. An unsere Führer! Von Jos. Bamberger, Frankfurt a. M. Die Ursache, warum so manche Vereinigung, die ideelle Zwecke verfolgt, nicht recht von der Stelle kommt, liegt in der Teilnahmslosigkeit der Mitglieder. Diese glauben nämlich, es genüge schon, wenn man seinen Jahresbeitrag entrichtet, um die Bewegung aus der Höhe zu erhalten, im übrigen sei ja der Vorstand da, der schon alles gut und richtig machen werde. Man läßt ihn denken und handeln, glaubt noch, ihm eine Ehre zu erweisen, wenn man ihn frei und unbehindert durch fremde Meinungen, schalten und wallen läßt. Es gibt gewiß auch Vorstände, denen dieses Verfahren recht und angenehm ist — immer aber sehr zum Schaden der Sache, die sie vertreten. Eine geistige Bewegung ist keine Verwaltungssache, die man wenigen Personen überantworten kann, um sie zum guten Ende zu führen. Sie ist vielmehr, oder soll cs wenigstens sein, Gemeingut aller beteiligten Faktoren, des Vorstandes sowohl als aller Mitglieder, auch des jüngsten. Eine geistige Bewegung muß geistiger Besitz werden und um dies zu erreichen, muß sie im Bewußtsein ihrer Teilnehmer Wurzel schlagen. Das heißt: bewußt muß jeder Einzelne der Sache dienen, nicht' gedankenlos, nicht mechanisch, nicht als Mitläufer, der den Weg nicht sieht, das Ziel nicht kennt, sondern offenen Auges, offenen Sinnes, mit kurzen Worten, als ein Wissender oder wenigstens als ein Wissen Wollender. Krankt ja unser Judentum gerade an diesem Mitläufertum, das sich wohl zu ihm bekennt, cs aber nicht kennt, an ihm zwar hängt, nicht aber mit ihm verwachsen ist, im Judentum zwar lebt, es aber nicht erlebt. Stadtbiblioth * Jr»»fcfurt bjh W.