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Blätter · 1918-01-01 · 1 (1.1918) · p. Seite 18

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Journal
Blätter
Volume
4 (1918)
Issue
1 (1.1918)
Date
1918-01-01
Page
Seite 18 (sequence 18)
Language
German
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— 18 Lehrer, denen man den Unterricht anvertrante, alles andere eher als überzeugte Juden, es waren häufig Käuferin beikkor. Eine jüdische Bildung, die über das Lesen der hebräischen Gebete hinausging, kannte man aber vielfach gar nicht vielleicht müssen wir von einigen national-jüdischen Kreisen absehen, in denen hebräische Sprache, die moderne, gelehrt wurde, aber das sind ja nicht die Kreise der Orthodoxie und gewiß nicht die der Chassidim. Was Wunder also, wenn das Mädchen spöttisch auf den altmodischen Vater und die altmodischen Brüder, al sungebildct und zurückgeblieben herabsah, und wenn cs später sognr, mit einem bachur verheiratet, der von keinem Voltaire und keinem Kant etwas wußte, aber in Schaß und Possckim wohl bewandert war, auch auf den Gatten und den Vater ihrer Kinder spöttisch hinunterblickt! Schon vor Jahren, als man an die A. I. noch gar nicht dachte, haben wir in Deutschland uns mit diesem oder jenem „feinen Jid", den wir sprachen, und dem wir unsere Töchter zeigen durften, darüber geredet, wie dem abzuhelfen sei, diesem Krebsschaden, der Zwietracht säen muß zwischen Vätern und Söhnen, wenn die Kinder sehen, wie verschieden die Anschauungen von Vater und Mutter sind, wie die Mutter sich lustig macht, über das, was dem Vater heilig ist, und wie dem Vater die Interessen der Mutter ganz fremd sind. Praktisch in Angriff genommen hat die Lösung der Frage erst Agudas Jisroel. Es wurden Mädchen-Gymnasien gegründet, die auf streng jüdischer Basis aufgebant, in allen profanen Unterrichtszwcigen das Beste leisten aber auch jüdisches Wissen vermitteln und vor allem auch das Profane in jüdischem Geiste dem Kinde vorführen. Diese Einrichtung und die Sorge um die Beschaffung geeigneter Lehrer für die Chedarim hatte natürlich zur Folge, daß auch für die Bildung der Lehrer selbst gesorgt werden mutzte, und unter Leitung der Herren Dr: Emanucl Carlebach und Dr. Auerbach in Warschau und der Herren He. Deutschländcr und Oberlehrer Dr. Carlebach in Littaucn sind die geeigneten Kurse für Ausbildnug der Lehrer geschaffen ivordcn. Wurde durch das Mädchengymasium erreicht, daß die destruktiven, alles religiöse Gefühl ertötenden Tendenzen der russischen Lehrer, die die weibliche polnische Jugend zu einem religiösen Nihilismus geführt, unschädlich gemacht wurden, so haben positiv zum tieferen Verständnis und zu einer gereiftercn Auffassung des Judentums die Übertragungen der Schriften von Samson Rafael Hirsch s. A. ins Jiddische und Polnische geführt. Eine große, nacb allgemeinem Urteil trefflich redigierte jüdische Tageszeitung, die die Interessen der orthodoxen Judcnheit vertritt, „Das Jüdische Wort" krönt das Kulturwerk der A. I. in Russisch- Polen, das ganz in Übereinstimmung mit den nunmehr organisierten Kreisen der gesetzestrenen Rabbonim und Rabbeim unternommen wurde. Was die Zeitung anbetrifft, so war es schon seit langen Jahren in Wunsch gerade der orthodoxen Rabbonim gewesen, ein solches Organ zn schaffen, auf der ersten Besprechung in Homburg wurde cs für die zu gründende A. I. vom Briskcr Raw und den übrigen anwesenden Gedaulim energisch gefordert. Die Agudoh hat ihr Versprechen in dieser Hinsicht eingelöst und mit

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