Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 4 (1918)
- Issue
- 1 (1.1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- Seite 16 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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; - *6 - Wendungen; den Schulen der Agudoh ist es zum. großen Teil zu verdanken, daß Galizien dem-gesetzestreucn Judentum nicht verloren gegangen ist. Heute-erhält Wien z. 93. seine Schulen zum größten Teil selbst, aber ein Zuschuß von 3000 Kr. ist monatlich doch notwendig; hieraus ist zu ermessen, was die Erhaltung der Schulen ursprünglich verlangt hat.-Es sei übrigens an dieser Stelle bemerff, daß auch hier in Frankfurt eine solche Flüchtlingsschule, die profanen Unterricht mit limmudei kaudesch verband, von der Jugendgruppe der A. I. in ihrem Vereinslokal (zum Teil) eröffnet und erst dann aufgelöst wurde, als der größte Teil der Flüchtlinge (ursprünglich waren es 40- 50 Schüler) nach Galizien zurückgekehrt oder nach Holland ausgewandert war. Bereits der Sommer 1915 verlangte die Tätigkeit der Agudoh in Polen. Noch^wär Warschau nicht gefallen, aber ein großer Teil Russisch-Polens-schon besetzt und das Elend unter der jüdischen Bevölkerung unendlich groß. Tausende und Abertausende, die sich früher recht und schlecht ernährt hatten, waren arbeits- und dadurch brotlos geworden, und esschien unmöglich, der Not anders zu steuern, als dadurch, daß den Brüdern dort Gelegenheit geboten wurde, in Deutschland Arbeit zu finden, die es ihnen ermöglichte, sich selbst zu erhalten und ihren Familien noch das Notwendigste zur Fristung ihres Lebens nach Hause zu senden. Hier suchte die Agudoh einzugreifen. Dank dem Entgegenkommen der deutschen Regierung schien sich die Frage lösen zu lassen. Das grüßte Verständnis dafür, daß den jüdischen Arbeitern die Beobachtung der Schabboshciligung ermöglicht werden müßte, war vorhanden, und so suchte die Agudoh eine große Zahl . von Arbeitern aus den besetzten Gebieten nach Deutschland zu verpflanzen, verschaffte ihnen Arbeitsgelegenheit, die ihnen-ermöglichte, am Sabbath und jüdischen Feiertagen zu ruhen, richtete ihn besondere Küchen ein, damit auch die Speisegesetze gut gehalten werden könnten. Aber leider zeigte sich hier' ein völliger Mißerfolg, der allerdings nicht an den Einrichtungen der Agudoh lag, sondern darauf zurückzuführen ist, daß ein sehr starker Prozentsatz, der nach Deutschland Gekommenen innerlich nicht so gefestigt war, daß er den Versuchungen, Schemiras Schabbos beiseite zu werfen, um sich und den Seinen daheim beslere Lebensbedingungen zu schaffen, widerstehen konnte. Mit weit besserem, man kann sogar sagen, mit vorzüglichem Erfolg wurde daher danach gestrebt, als auch Warschau und LittaUen besetzt waren, die jüdischen Arbeiter in ihrem Heimatlande zu beschäftigen. Es sind vor allem die Bestrebungen des Herrn Leutnant H. Struck in Ob.'-Ost, an denen sich die Agudoh mit beträchtlichen Geldsubventionen beteiligt, und die jetzt auch im Generül-Gouvernement Warschau durchgeführt werden, von denen die Agudoh vollauf bofriedigt sein kann. - Zugleich mit dem Beginn der Arbeitsvermittlung richtete die Agudoh aber auch auf das geistige Wohl der polnischen Juden ihr Augenmerk. Eine Delegation der Agudoh begab sich schon im Juni 1915 Nach Kalisch, dem damaligen Sitz der'Zivilverwaltung, um bei dieser wegen der Einrichtungen, die für die schulpflichtige Jugend getroffen werden sollten, vorstellig zu werdem