Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 4 (1918)
- Issue
- 1 (1.1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- Seite 15 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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- IS - „Blätter" imstande, einen Bericht über zwei wichtige Komitee- Sitzungen zu bringen. Doch auch darin werden die Kriegsleistungen der Agudo nur in zehn Lapidarsätzen angedeutet. Wir halten es deshalb sür erforderlich, auf einen Teil der gelösten Aufgaben etwas näher einzugehen. Sonst könnte mancher gar leicht der Agudo die Gefolgschaft aufzukündigen bereit sein, besonders, wenn sie jetzt für die Friedensarbeit mit neuen Forderungen an ihre Mitglieder herantritt, wozu sie naturgemäß gezwungen sein wird, Schon im ersten Kriegshalbjahr fand die Agudah Gelegenheit, auf den Plan zu treten. Die schrecklichen Zustände, die die russische Invasion in Galizien zur Folge hatte, durch Evakuierung weiter Gebiete dieses Landes und die Flucht der vielen, durch den Feind von Haus und Hof verjagten Glaubensgenossen, die Rot in den Zentren, in die sich der Strom der Flüchtlinge ergossen hat, diese körperliche und geistige Not, die zum Himmel empor schrieen, durfte die A. I. nicht untätig mitansehen, wenn anders sie sich wirklich als zur Lösung aller Gegenwartsfragen im Sinne der Thauroh berufen ansah. Sie zögerte daher auch nicht, sich an den Opfersinn ihrer Mitglieder zu wenden, und es war die stattliche Summe von 100 000 Jl und darüber, die sie aufbrachte, und mit der sie schon viel Segensreiches schaffen konnte. Der ärgsten materiellen Not steuerten zwar der österreichische Staat und viele Kreise der Hauptstadt der Donaumonarchie sowie die Provinzen Mähren und Böhmen, wo sich die Hauptmasse der Flüchtlinge befand. Aber auch der A. I. blieb noch Vieles auf diesem Gebiete zu leisten. Zunächst war es die Sorge für das Kaschruth, und als der Pessach herbeikam, die Sorge für Mazzausbeschaffung, die ihr neben den Zuschüssen zu den Leistungen des Staates allein verblieben, und die sie in mustergültiger Weise löste. Und. dann die geistige Not! Da wollten die im Thorastudium altgewordenen Männer, denen kein Bücher zum „Lernen" geblieben waren, mit Seforim versehen werden, dort waren Sifrei Thora, dort Tefillin, Machsorim, Siddurim, nötig. Aller Not konnte Agudas Jisroel zwar nicht abhelfen, aber in sehr, sehr vielen Fällen gelang es ihr doch, helfend einzugreifen. Was sie aber dabei vor allem geleistet hat, das war das Notwendigste, die Gründung und Erhaltung von Schulen. Was sollte aus den vielen Kindern werden, die das Glück hatten, mit ihren Eltern entfliehen zu können, was aus den vielen Kindern, die ihre Eltern auf der Flucht verloren hatten? Zu Hause hätten sie schon das Cheder besucht, hätten eine altjttdische Erziehung genossen, hätten gelernt und sich Thorawissen angeeignet, -- in der Fremde, zum Teil in ganz unjüdischer Umgebung, ohne rechtes Familienleben, und sogar ohne Belehrung in Schulen, die für die jüdische Erziehung doch, selbst wenn sie bestehen, nur ein Surrogat sind, wären sie dem Judentum ganz verloren gegangen, wenn die Agudoh nicht das große Werk der Gründung von Schulen in Angriff genommen hätte. Sie haben reichen Segen gebracht, wie die Gewährsmänner des Provisorischen Komitees, die sie öfter besuchen, versichern können. Sie kosteten und kosten noch heute große Summen, aber der Erfolg lohnt die Auf-