Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 4 (1918)
- Issue
- 1 (1.1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- Seite 14 (sequence 14)
- Language
- German
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- 14 die Stellungsnahme zur Palästinafrage aufbaut, sind dann Weiter die politischen Gesichtspunkte zu berücksichtigen. Der von England angebotene, angeblich selbständige, de facto zwischen Hammer und Amboß der feindlichen Mächte und des Arabortums befindliche jüdische Staat wäre ein Abenteuer, das der tränenreichen Golusgeschichte des jüdischen Volkes nur ein neues Blatt hinzufiigen müßte. In der anschließenden Diskussion sprach der soeben aus Palästina zurückgekehrte Direktor Or. Moses Auerbach über die politische Lage ilnd gibt seiner Meinung ebenfalls-dahin Ausdruck, daß vom jüdischen Standpunkte, insbesondere vom jüdisch-religiösen Standpunkt aus am wünschenswertesten das Verbleiben Palästinas unter der Herrschaft einer reorganisierten Türkei sei. Das gegenwärtige Mißtrauen der Türkei, welche früher ihre Juden seit Jahrhunderten als die treuesten nichttürkischen Bevölkerungsbestandteile geschätzt hatte, sei nur eine vorübergehende Erscheinung. Die Beratung über die Palästinafrage wurde am 23. 11. aus den 18. 12. vertagt und inzwischen eine Kommission mit der Vorbereitung einer Resolution beauftragt, die in der zweiten Sitzung zur Annahme gelangte. Die Resolution soll zunächst der „Freien Vereinigung" übermittelt und von dieser als Unterlage für die angeregten Beratungen der orthodoxen Organisation im Gebiete der Mittelmächte benützt werden. Sie wird alsdann ebenso auf der von der „Agudas Jisroel" beabsichtigten Gesamtkonferenz in einem neutralen Lande zur Vorlage gelangen. über die zukünftige Gestaltung der „AgudaS Jisroel" fanden in beiden Sitzungen Aussprachen statt. Trotz der in mancher Hinsicht veränderten Verhältnisse erblickte die Versammlung vom 18. Dezember in der organischen Anknüpfung an die vor dem Kriege geleistete Arbeit mit all ihren kampfreichen Auseinandersetzungen den geeignetsten Weg. um einen festen Boden für die Zukunftsarbeit der Agudas Jisroel zu gewinnen. Es soll daher der vor dem Kriege als Kompromiß zwischen den verschiedenen Strömungen züstandegekommeno Satzungscntwurf, der die Zustimmung des Comites und fast sämtlicher Mitglieder des rabbinischen Rates gefunden hatte, der ersten Hauptversammlung der Agudas Jisroel nach dem Kriege vorgelegt werden. Die Leistungen der Agudas Jisroel im Kriege. Die alten Klagen, die schon seit Jahren laut geworden sind, daß die Mitglieder der Agudas Jisroel zu wenig von der Agudo- Tätigkeit vernehmen, sind noch nicht verstummt. Daß unsere führenden Männer sich schweigsam verhalten, das begründen sie mit dem Mangel an leitenden Kräften und damit, daß die Dinge, denen wir uns widmen, zu bedeutungsvoll sind, als daß sie für die Werbetätigkeit durch Veröffentlichung in diesen unruhigen Zeiten au§- genutzt werden dürften. Endlich heute, zum ersten Male, find die