Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 4 (1918)
- Issue
- 1 (1.1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
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— .'13 — 3 Religiöse »de; national kulturelle -Autonomie in den einzelnen Ländern, ' ' - 4. Palästinaproblem. ' 3. Aufgabe der „Agudas Jisr^el"-Oxgamsation in den neutralen Ländern ist die Berufung cinvr'Konferenz:jur Aussprache und Verständigung über diejenigen Punkte-,.'in.denen gemeinsame Forderungen im religiösen und sozialen Interesse der thoratreuen Gesamtjudcnheit vertreten werden können. 4. Nach Formulierung eines in den Grundzügen bindenden Programms soll eilte Verständigung mit anderen Organisationen über die Möglichkeit gemeinsamen Vorgehens bei einzelnen Forderungen erstrebt werden. Über die Stellung der in der Agudas Jisrocl organisierten thoratreucn Judenhcit zur Palästinafrage?referierte der Vorsitzende: , Die Stellungnahme der thoratreucn Judenhcit zu Erez Jisroel ist, über alle wechselnden Erscheinungen der Völker- und Staatengeschichte hinaus, nicht etwa nur durch individuelles Empfinden, Tradition und historische Erinnerungen/ ebensowenig auch durch politische Bestrebungen irgend welcher Art, sondern vielmehr durch das Religio nsgesetz eindeutig bestimmt. 'Daß Juden in Palästina wohnen, daß sic persönlich sich dort niederlassen und alle ihre'Kraft aufbieten, um durch Hebung der Produktivkräfte des Landes einer möglichst großen Zähl von Brüdern die Niederlassung zu ermöglichen, bildet den Begriff der Mizwas Jischuw Erez Jisrocl. Die Politik der Orthodoxie muß also ausschließlich darauf gerichtet sein, die ungestörte Erfüllung dieses religiösen Pflichtgebotes innerhalb jeder K o n st e l l a t i o n zu sichern. Als zweiter Gesichtspunkt kommt jedoch die Stellung Erez Jisroels als eines im Gottesgesetz geheiligten Bodens in Betracht. Der Jischuw im heiligen Lande soll ein heiliger Jischuw sein. Es soll sich dort ein Leben im Geiste und nach dem Willen des Sinaigesetzes entwickeln, ein Leben, das sich zwar sehr wohl die technischen Errungenschaften der Neuzeit dienend unterordnen kann, das sich aber nimmermehr von dem Thoragebot loslösen und ein A b - klatschdersogenanntcn west europäischen Zivilisation werden soll. Unser ganzes Interesse ist somit darauf gerichtet, daß die noch ganz im alten Judentum wurzelnden o st - europäischen Massen frei in Palästina einwandern und frei sich dort bewegen dürfen, daß ferner diejenigen Kreise der mitteleuropäischen Orthodoxie, welche die Auseinandersetzung mit der Kultur schon bis zu einem gewissen Grade bestanden haben, auch in Erez Jisrocl bei dem Aufbau eines wahren jüdischen Lebens unbeschränkt m i t h e l f e n können, und daß endlich im Lande selbst Verhältnisse geschaffen werden, welche einer Assimilation an die Umgebung und der für Erez Jisrocl besonders gefährlichen Neigung zur Auswanderung nach Westeuropa keinen Vorschub leisten. Neben diesen dein jüdisch religiösen Gesichtspunkten, auf deucn sich