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Blätter · 1918-01-01 · 1 (1.1918) · p. Seite 10

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Journal
Blätter
Volume
4 (1918)
Issue
1 (1.1918)
Date
1918-01-01
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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10 — f eine geschichtliche Notwendigkeit, gegen die niemand ankVmpsen könne, und er erachtet es daher für völlig richtig, wenn in den orthodoxen Schulen das Polnische gepflegt und dafür Sorge getragen wird, daß die religiösen Ideen des Judentums auch in polnischer Sprache zugängig gemacht werden, vr. Abraham Hirsch- Halberstadt und Leo Wreschner,- Frankfurt a. M. erklären, daß sie nach reiflicher Prüfung aller Einzelheiten der politischen und kulturellen Orientierung der Delegation unbedingt zustimmen. Wenn es bedauerlich sei, daß der Ton der Polemik manchmal Schärfen zeige, die uns nicht sympathisch sind, so erkläre sich das aus der ganzen Lage in Polen und aus der maßlosen Kampfesweise der Gegner. Der Vorsitzende weist in Beantwortung der in der Diskusflon zutage getretenen Anschauungen darauf hin, daß die engere Leitung während der wechselnden Phasen der politischen Entwickelung in Polen wiederholt Anlaß genommen habe, die Grundsätze, von denen sich die Delegation leiten ließ, gewissenhaft und vorurteilslos zu prüfen und auch die Anschauungen anders denkender Kreise vergleichsweise heranzuziehen. Er stehe nicht wie Herr Or. Kohn unbedingt auf dem Standpunkte, daß eine national-kulturelle Autonomie für die Juden in den Ländern der Massensiedlung aus religiösen Gründen abzulehnen sei, glaube vielmehr, daß es zur Beantwortung dieser Frage einer Prüfung der Verhältnisse von, Fall zu Fall bedürfe. Allein feststehe unbedingt, daß eine von der herrschenden Volksmehrheit nicht freiwillig gewährte, sondern a b - getrotzte, oder gar von außen aufgezwungene Autonomie ein Danaergeschenk für die Juden wäre und unbedingt abgelehnt werden muß. Nachdem klargestellt ist, daß sämtliche polnische Parteien eine Nationalitätenpolitik innerhalb der bisher in Aussicht genommenen Grenzen Polens als indiskutabel erklären, erfordern es die Interessen derjüdischen Volksm a s s e n in Polen, daß man sich auf den Boden der T a t s a ch e n stelle und die religiösen und kulturellen Erfordernisse im Rahmen der allein erreichbaren konfessionellen Anerkennung so nachdrücklich wie möglich zu wahren suche. Daß die Leiter der „AgudaS hoortodoxim" nicht jüdisch-national gesinnt seien, ist eine Behauptung, die von den Gegnern aus durchsichtigen Gründen zwar immer wieder aufgestellt wird, die aber durch ihre Wiederholung nichts an Wahrheitswert gewinnt. Die Herren fühlen sich, wie nicht anders als selbstverständlich, durchaus als echte Volksjuden, aber ihr Nationalismus wird durch die von der religiösen Tradition anerzogene Selbstdisziplin vor chauvinistischer Übertreibung geschützt und in den Schranken einer vernünftigen Realpolitik gehalten. Herr Seminardirektor Dr. Carlebach gibt eine Detaildarstellung der Bestimmungen des neuen polnischen Schulgesetzes, das die Grundlage zu einer gesunden Weiterentwickelung des jüdischen Schulwesens biete. Der Redner spricht sich eingehend über das Verhältnis zu den Zionisten bezw. Nationalisten aus und versichert, daß die Schuld an dem scharfen inneren Kampfe ausschließlich auf zionistischer Seite liege. Der Ärger darüber, daß die Orthodoxie

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