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Blätter · 1918-01-01 · 1 (1.1918) · p. Seite 4

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Journal
Blätter
Volume
4 (1918)
Issue
1 (1.1918)
Date
1918-01-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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r B m i - 4 — Existenz nach menschlicher Voraussicht dauernd gesichert ist. Der Kern des Unterschieds zwischen ihr und der Agudoh ist also der, daß das Ziel der Rottung und Erhaltung der Existenz des Jüdischen Volkes vom Zionismus auf Grund eines Minimalprogramms, auf dessen positive Forderungen sich in absehbarer Zeit die überwiegende Mehrheit der Judenheit vereinigen kann und wird, von der Agudoh dagegen aus grund unseres jüdischen Vollprogramms erstrebt wird, auf dessen Boden sich nach menschlichem Ermessen vorläufig nur ein weit geringerer Bruchteil des jüdischen Volkes stellen wird. Daß die gegenseitige Bekämpfung der Anhänger dieser zwei Wege eine logische und sittliche Notwendigkeit sei, will mir durchaus nicht einleuchten; man kann wohl der Meinung sein, daß einer der beiden Wege unzweckmäßig sei, und etwa daß die Beschränkung auf ein Minimalprogramm auch nur zu taktischen Zwecken schon eine Versündigung an der jüdischen Gesamtidee bedeute, aber milldestens ebensogut kann man vom thoratreuen Standpunkt aus der Meinung sein — und das ist auch meine Ansicht —, daß beide Wege gleichzeitig beschritten werden müssen, um das gemeinsame hohe Ziel zu erreichen, um das jüdische Volk und mit ihm auch das Judentum, die Thora, zu erhalten. Zu 4 und 5. Da die Erwiderung die Politik der deutschen Orthodoxie in Polen nicht zu rechtfertigen versucht, brauche auch ich hierauf nicht mehr einzugehen. Ebensowenig kann hier die Frage entschieden werden, ob „die Ertrotzung der nationalen Autonomie in Polen den wirtschaftlichen, ja den physischen Untergang der Juden zur Folge haben" würde, und die weitere, ob ohne mindestens natioröal-kulturelle Autonomie dieser Untergang vermieden werden kann. Was zur Rechtfertigung der politischen Einmischung der deutschen Orthodoxie in Polen gesagt wird, läßt sich ja sinngemäß auch auf die Einmischung der zionistischen Kreise übertragen. Inwieweit dagegen die Behauptung zutrifft, die Verordnung vom 5. November sei nach Geist und Inhalt so national wie die jüdische Religion, so national-jüdisch, daß selbst die Zionisten für sie dankbar sein müßten, darüber hat ja leider inzwischen die nunmehrige Regelung des Schulwesens in Polen in tragischer Weise Klarheit geschaffen. Zum Schluß noch eine allgemeine Bemerkung! Wenn die Erwiderung sich nur gegen einige und keineswegs etwa gegen alle grundlegenden Vorschläge meine Aufsatzes wendet, so könnte daraus ja der Schluß gezogen werden, daß die Zeitung der Agudoh 'im übrigen meinen Anregungen zustimmend gegenüber steht. Wenn dies auch wohl vielfach zutreffen mag, so kann ich mich doch daneben nicht des Eindrucks erwehren, als läge die Bekämpfung bestimmter, meist von national-jüdischer Auffassung durchtränkter Bemerkungen an der seit Jahren auch in der orthodoxen Presse Deutschlands stark hervortretenden Tendenz, im Zionismus das rote Tuch für das überlieferte Judentum zu sehen und dieser Ansicht möglichst oft und lebhaft Ausdruck zu verleihen — einer Tendenz, die nicht gerade für die innere Sicherheit ihrer Vertreter zu sprechen scheint. Daher erklärt es sich wohl auch, daß die Erwiderung von

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