Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 4 (1918)
- Issue
- 1 (1.1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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5 meinem Aufsatz — wie sie selbst sagt: weniger von einem Wortlaut als von seiner Tendenz - die Reinhaltung des Grundsatzes von der Souveränität des Thoragesetzes in Israel innerhalb unserer Agudoh gefährdet glaubt, eine Auffassung, für die ich auch nur den leisesten Schein einer Berechtigung nirgends zu erblicken vermag. Die Gegensätze in der Beurteilung des Zionismus und der Stellung der Agudoh zur Zionistischen Organisation werden gewiß auch durch meine Anregungen nicht überbrückt worden sein. Aber worauf es mir ankommt, das ist, meine Vorschläge der allgemeinen Diskussion und Erwägung innerhalb der Agudoh, zunächst also unter ihren deutschen Mitgliedern, zu unterbreiten und zwar nicht nur an die nebenbei erörterten Gesichtspunkte, sondern vor allem die bestimmt formulierten grundsätzlichen Anregungen, zu denen ich vor allem auch den in der Erwiderung gar nicht berührten Teil I über die Organisationsaufgabe der Agudoh zähle. Wenn sich durch mündlichen und schriftlichen Gedankenaustausch eine Klärung der Anschauungen in unserer Mitte über einige dieser Vorschläge im einen oder anderen Sinn anbahnen würde, wäre der Hauptzweck meines Aufsatzes erreicht. Die Plenarsitzungen der Agudas Iisroel am 21. Nov. und 18. Dez. 1917 in Berlin. Unter zahlreicher Beteiligung fanden am 21. November und 18. Dezember ds. Js. Plenarsitzungen der deutschen Mitglieder des Provisorischen C o m i t e s der „Agudas Iisroel" statt, die unter dem Zeichen des allseitig erwarteten baldigen Kriegsendes standen und von der Hoffnung getragen waren, daß es damit auch gelingen werde, den durch den Ausbruch des Krieges so jäh unterbrochenen Ausbau der „Agudas Jisroel"-Organisation in friedlicher Arbeit zu vollenden. Der vom Vorsitzenden erstattete Finanzbericht ergab zunächst die erfreuliche Tatsache, daß der vor dem Kriege durch die Vorbereitungen zur „Kencssio gedaulo" entstandene Fehlbetrag im Laufe der letzten Jahre durch Ersparnis im Betriebe gedeckt werden konnte. Allerdings waren diese Einschränkungen des Bürobetriebs mit einer schon durch den Mangel an Arbeitskräften bedingten, teilweise auch durch die Verhältnisse erzwungenen fast völligen Einstellung der p r o p a g a n d i st i s ch e n Tätigkeit der „Agudas Iisroel" verknüpft. Die Ausgaben des Tages erforderten die ganze Aufmerksamkeit der Leitung. Es wurden seit dem März 1915, als die moralische und materielle Fürsorge für die galizischen Flüchtlinge die „Agudas Iisroel" zuerst zur Veranstaltung eines Hilfswerkes auf den Plan rief, in Abständen von einem halben bis einem ganzen Jahre mehrere Sammlungen durchgeführt, wozu noch die unter besonderer Verwaltung stehende Sammlung für den Kriegswaisenfonds der „Agudas Iisroel" trat. Insgesamt haben diese Sammlungen rund eine Million Mark ergeben, wovon etwa die Hälfte auf den Kriegswaisenfonds entfällt.