Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 5 (1919)
- Issue
- Sonderheft (1.1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 31 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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- 3i — Willy Rosen- Frankfurt empfiehlt größere Pflege der hebräischen Sprache und jüdischer Geschichte. Paul Kulp - Frankfurt findet, man benötige ein Erziehungs Programm für die Jugend und hält für diesen Zweck das Frankfurter für das am meisten geeignete. Lilly F r e i m a n n - Marburg stellt fest, daß das Frankfurter Programm auf einer sittlichen Stufe stehe, für die reif zu sein wir uns erst erziehen müßten. Das Programm ist zu gut, und deshalb muß es abgelehnt werden; wir sind nicht vorgebildet, uns fehle die jüdische Erziehung von Kindesbeinen an. Jedoch soll die Lektüre dieses Programms und seine Besprechung allen Gruppen zur Pflicht gemacht werden. Sara Kohn - Frankfurt beantragt, ein vereinfachtes Programm im Geiste des Frankfurter aufzustellen, dieses selbst aber nur Führern und Führerinnen zu ihrer geistigen und jüdischen Durchbildung in die Hand zu geben. Hanna L i p st a d t - Fulda stellt fest, daß das Ziel des Frankfurter Programms zwar sehr hoch gesteckt sei, daß man es deshalb aber natürlich nicht ablehnen dürfe, vielmehr die ganze Kraft einzusetzen habe, seine Forderungen möglichst zu verwirklichen. Dr. Jsak Breuer- Frankfurt freut sich, daß wenigstens Achtung und Würdigung für sein Programm in der Versammlung vorhanden sei. Es enthalte nicht zu viel Religionsphilosophie, sondern höchstens zu viel Religion; jedoch fordere es nicht mehr, als unsere Bekenntnisse im täglichen Gebet. Er erinnere nur an die Berocho Hoschiwo Schauftönu und könne nicht verstehen, wie derjenige, der mit wahrer Kewonoh betet, nicht auch sein Programm verstehen könne. Max Cohen- Cöln freut sich, daß das Frankfurter Programm in seiner ganzen Höhe von der Versammlung erfaßt worden sei, und stellt fest, daß es für uns nichts Erstrebenswerteres gäbe, als der Jugend ein solches Jdcalziel auszuzeigen, selbst wenn die Aussicht, es zu erreichen, auch nur gering sei. Er kenne die Agudsjugend so weit, um behaupten zu dürfen, daß das rechte Verständnis für das Streben und die Forderungen des Frankfurter Programms sehr wohl in ihr stecke. Jakob Rosen heim - Frankfurt teilt unter lebhaftem Beifall mit, daß in der P.C.-Sitzung das im „Israelit" veröffentlichte Programm einstimmig, jedoch mit redaktionellen Änderungen, angenommen worden sei. Das Kattowitzer Programm behält in der A.J. nach wie vor seine Gültigkeit. Die Richtlinien sollten lediglich unsere Stellung zu den Tagesfragen festlegen. Auch stellt er fest, daß für die hohen Forderungen des Frankfurter Programms eine Reife nötig sei, die wir noch nicht annäherndbesäßen. Wegen seines mystischen Gehaltes und wegen seiner scharf ablehnenden Form