Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 5 (1919)
- Issue
- Sonderheft (1.1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 30 (sequence 30)
- Language
- German
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habe es Meinungsverschiedenheiten gegeben, da man einerseits diö Zionisten nicht durch eine zu scharfe Form verletzen wolle; andererseits seien sich alle Vertreter dieses Programmes darin einig, daß man den unüberbrückbaren Gegensatz zum Zionismus nicht verschleieren dürfe. Schließlich sei man übereingekommen, dem Punkte folgende Fassung zu geben: Betonung der prinzipiellen Verschiedenheit zwischen dem religiösen Nationalismus der A.J. und jedem anderen Nationalismus. Es sei also über 2 Programme abzustimmen, das Frankfurter und das von der Kommission angenommene. Es folgt die Debatte über die Programme: Kurt Alexander-Berlin wendet sich gegen die Beschränkung auf die zwei Programme, wünscht aber jedenfalls Punkt 6 und 7 der Berliner Hauptrichtlinien vertauscht, damit der Areiwus- Gedanke dem Ganzen einen versöhnenden Abschluß gäbe. Dr. Hildesheimer ergänzt seine früheren Ausführungen. Er ventiliert die Möglichkeit, das Programm Dr. Cohns ebenfalls heranzuziehen, schlägt zur besseren Formulierung von Punkt 4 eine Kommission vor. Lehrer A n t m a n n - München lehnt das Breuersche Programm, weil zu sehr ideologisch, ab. Er protestiert gegen § 7 der Berliner Richtlinien und wünscht die Abhängigkeit unseres Nationalismus von der Thauroh noch genauer zu präzisieren. Josef Bamberger -Frankfurt schlägt vor, daß Dr. Breuer zur Vereinfachung seines Programmes dies in Form eines Merkhlattcs herausgebe. Ein Antrag Else F r ä n k e l - München auf Schließung der Rednerliste und Beschränkung der Redezeit auf 5 Minuten wird nach kurzer Geschäftsordnungsdebatte angenommen. Erich Michaelis- Berlin polemisiert gegen den mißverständlichen Ausdruck Nationalisnms und gegen die Härten des Breuer'schen Programms. Ist S i m o n s o h n - Breslau sagt, daß er gegen das Frankfurter Programm eigentlich nichts einzuwenden habe, daß man es aber nur nach der Lektüre der „Messiasspuren" verstehen könne. Er wünscht das Programm als Richtlinien für die geistige Ertüchtigung der Organisation bearbeitet zu wissen und als Arbeitsprogramm ein anderes anzunehmen. Dr. Jsak Posen- Frankfurt bestreitet den von dem Vorredner konstruierten Gegensatz zwischen dem Frankfurter und einem Arbcitsprogramm. Es bringe keine neuen Gesichtspunkte, sondern stelle lediglich alte Wahrheiten fest. Nähmen wir es jetzt nicht an, wo diese Ideologie in der Luft liegt, so kämen wir wieder zu spät. Harry L e v y - Berlin polemisiert gegen das Frankfurter Programm, das eine Ideologie darstelle, und eine Auffassung des Nationalismus vorbringe, die seiner Ansicht nach falsch orientiert sei.