Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 5 (1919)
- Issue
- Sonderheft (1.1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 29 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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29 feit, und weil es so ganz unbekümmert um das Geschrei der Gasse und die Forderungen des Tages die ihm einzig möglichen und richtigen Bahnen vorzeige, die jüdische Jugend zum Ziele führen könnten, darum möge die Versammlung dieses Programm en bloc annehmen. Er hege das sichere Vertrauen zum gesunden Verständnis und zu dem richtigen Gefühl unserer Jugend, daß sie dies rechte Programm im richtigen Zeitpunkt zu dem ihren mache. Rabbiner H o r o w i tz - Jerusalem verliest einen Brief aus Jerusalem, der über die schlechte Lage in Erez Jisroel berichtet und besonders das Unglück der dortigen Jereiim, der Talmidei Chachomim und der Jeschiwaus beklagt. Alfred R a b a u - Berlin fragt nach dem Verfasser des Briefes und unterschiebt ihm ausschließlich politische Motive. Um den Din „Schemaua bein Achcichem" zu erfüllen, wird vorgeschlagen, Herrn Dr. Rabin das Wort zu erteilen. Da aber nur Delegierte das Wort erhalten dürfen, wird als 2. Ed Herr Dr. Moses Auerbach- Cöln gebeten, sich zu den in dem Schreiben berührten Verhältnissen zu äußern. Er stellt fest, daß die für Erez Jisroel bestimmten Gelder von den Zionisten nicht für ihren rechten Zweck verwendet worden seien. Er wendet sich deshalb gegen diese, gegen den Hilfsverein deutscher Juden, und gegen die Jereim, die trotz aller Mahnung ihre Gelder an die Zionisten gegeben haben. Rur die Palästinagesellschaft sei unbeirrt ihren Weg gegangen. Das Schlimmste und am meisten Drückende sei, daß die Zukunft der Thauroh in Erez Jisroel einzig und allein auf den deutschen Jereim laste und immer die bange Frage gestellt werden müsse, ob diese die schwere Last zu tragen noch länger im Stande sein würden. Seine weiteren Ausführungen, die er mit einem Appell Mr Hilfeleistung für die Thauroh in Erez Jisroel schließt, machen tiefen Eindruck auf die Versammlung. Eine schnell improvisierte Sammlung, die einen Betrag von M 285.— ergibt, sollte dem Redner beweisen, wie sehr man sich seine Worte zu Herzen genommen habe. Dr. Hildesheimer- Berlin berichtet über das Ergebnis der Kommissionssitzung folgendes: Der Anfang der Beratung habe ergeben, daß die Aufgabe der Kommission die sei, wenn möglich aus allen Entwürfen einen einzigen zu machen, der von allen Vertretern angenommen werden könne. Das Resultat dieses Versuches sei die Alternative, entweder das Frankfurter Programm anzunehmen, das vermöge seiner inneren Geschlossenheit keine Verarbeitung mit den übrigen Entwürfen vertrage, oder aber eine Bearbeitung der Gesamtheit der anderen Programme. Für diese seien unter Zustimmung sämtlicher Vertreter, abgesehen von denen des Berliner Minoritätsprogrammes, die Berliner Hauptrichtlinien als Grundlage in Aussicht genommen, über die Fassung des Punktes 5