Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 5 (1919)
- Issue
- Sonderheft (1.1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 23 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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23 Nachmittagsntzung. Max Cohen eröffnet die Sitzung um 3 Uhr. Nach kurzer Geschäftsordnungsdebatte wird die Besprechung des Tätigkeitsberichtes wieder ausgenommen. Henry P e l s - Hamburg bittet um Auskunft über die Stellungnahme zum jüdischen Kongreß, die palästinensische Jugend-Kolonie und die Konsolidierung der Finanzen. Hanna L i p st a d t - Fulda bedauert, die Diskussion in der Sitzung des Provisorischen Komitees am Vormittag versäumt zu haben. Sie rügt, daß der Frankfurter Esra nur den Schülern höherer Lehranstalten zugänglich sei. So könne der Klassendünkel nie behoben werden. Lehrer A n t m a u n - München fordert auswärtige Redner für die einzelnen Gruppen. Er wünscht zur Behebung dieses übclstandes, daß die A.J.J.O. die Lehrer ein Jahr lang auf eine Jeschiwoh sende. Er schlägt gruppenweise Transporte nach dem Osten vor. Normal-Statuten für die A.J.JO. müßten aufgestellt werden. Max Cohen- Cöln antwortet Herrn Pels. Die Stellungnahme zum jüdischen Kongreß sei nicht unsere Sache. Darüber habe lediglich die große Agudo zu beschließen. Diese würde diese Frage auch schließlich in ihrer heutigen Sitzung anschneiden. Die Sache mit der Jugendkolonie liegt so, daß uns die Züricher Gruppen M 10 000.— für eine Kolonie garantiert hätten, daß wir nun kräftig sammeln müßten, um die für den Ankauf nötige Summe zusammen zu bekommen und daß wir versuchen müßten, Propaganda für den Eintritt in Landwirtschaft und Handwerk zu betreiben, um so möglichst viele junge Agudisten für die Übersiedelung nach Erez Jisroel vorzubereiten. Das auf unsere Initiative gegründete „Arbeitsamt der Sabbathfreunde", dessen Abteilungen Landwirtschaft und Handwerk seit Gründung unter seiner (des Redners) Leitung stünden, habe schon immer versucht, der Lösung dieses Problems beizukommen. Man hoffe jedoch, bald mit guten Resultaten an die Oeffentlichkeit treten zu können. (Inzwischen geschehen. Siehe Aufruf in diesem Heft!!) Die Finauzfrage sei sehr kompliziert. Die von Herrn Direktor Dr. Lange auf Ji 40 000.-- bezifferte Ausgaben, seien um etwa 20 000.— M zu tief gegriffen. Die Ausgaben für die Blätter stiegen ducch die Erhöhung der Papierpreise und der Druckkosten fortgesetzt, die Angaben für alles andere stiegen durch die allgemeine Teuerung ja auch ins Ungemesseno. Abhilfe könne nur durch intensive Sammeltätigkeit der Gruppen und durch Bezahlung von Blätter- und Vereinsbeiträgen geschaffen werden.