Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 5 (1919)
- Issue
- Sonderheft (1.1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 22 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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22 Er lehnt in der Begründung der Nürnberger Resolution den Ausdruck „Religionsnation" ab, dcr er schon eine Konzession an den Zionismus darstelle und verlangt Ersatz durch „Thaurohvolk". Er protestiert gegen den Zionismus, wenn dieser auch einen Schein von Wahrheit habe, da auch er unseren Volkscharakter betone, mahnt im übrigen, ohne Rücksicht auf irgendwelche Antipathien, sich konsequent zum einmal als wahr Erkannten zu bekennen. Das Frankfurter Programm unterschreibe er durchaus, finde es nur für die Jugend zu kompliziert. Er verlangt, daß wir beim Friedenskongreß nicht nur gegen jede Behinderung unserer Religionsausübung Schutz versprochen bekommen, sondern sogar Unter st ützung zu ihrer Durchführung. Schließlich lehnt der Redner nochmals ein dauerndes Zusammenarbeiten mit dem Zionismus ent schieden ab. Herr A n t m a n n - München weist bei Durchsprache des Münchener Programms auf den grundlegenden Charakter der Mizwas Jischuw Erez Jisroel hin, findet in der Frankfurter Resolution unseren Nationalismus nicht genügend betont, verlangt jedoch zugleich, im Gegensatz zu David-Berlin, eine reinliche Scheidung zwischen unserem und dem zionistischen Nationalismus. Im Gegensatz zu Dr. Hildesheimer wünscht er das Programm zugleich an die Hauptorganisation zu richten. Auch er hält es für unklug und unrichtig, die Herausarbeitung des Gegensatzes zum Zionismus ausdrücklich zu betonen. Sachlich stimme er mit Berlin (rot), Halberstadt und Frankfurt überein. Herr Simonsohn - Breslau beantragt die Bildung einer Kommission, die alle vorgelegten Programme auf ihre Differenzen untersuchen und sich bemühen soll, diese Punkte nach Möglichkeit zu klären und eine Übereinstimmung zu erzielen. Es soll daun e i n Programm vorgelegt und dadurch vermieden werden, daß die Debatte ins Uferlose gerät. Selbstverständlich sollen die Beschlüsse dcr Kommission die Delegiertenversammlung nicht binden, sondern lediglich die Diskussion auf einige wenige strittige Punkte kon zentrieren. Nach kurzer Geschäftsordnungsdcbatte wird dieser Antrag angenommen und die Kommission durch 'Zuruf gebildet. Es wird Wert darauf gelegt, einen Vertreter eines jeden vorgelegten Programmentwurfs in die Kommission zu delegieren. Sie tritt endlich mit folgenden Mitgliedern zusammen: Helene Baer, Halberstadt, Josef Bamberger, Frankfurt, Dr. Isaak Breuer, Frankfurt, Dr. Carl Cohn, Altona, Dr. Elias, Leipzig, Else Fränkel, München, Dr. Hildesheimer, Berlin, Rabb. Dr. Klein, Nürnberg, Harry Levy, Berlin, Carl Ochsenmann, Frankfurt, Ist Simonsohn, Breslau und Zahnarzt Stein, Berlin. Die Kommission tritt sofort zur Beratung zusammen.