Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 5 (1919)
- Issue
- Sonderheft (1.1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 21 (sequence 21)
- Language
- German
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21 Hebung „des Gegensatzes gegen die Wissenschaft" und die Stellungnahme zum Zionismus ihr nicht zusagen. Ebenso lehnt sie das Berliner Programm ab, da die Übergabe Palästinas undurchführbar sei, das ganze Programm in seinen Forderungen überhaupt viel zu weit gehe. Am Münchener Programm fehle ihr nur die Moschiach- Jdee. Di-. Hildesheimer- Berlin begründet die Berliner Hauptrichtlinien. Eingangs weist er auf die aktuelle rote Farbe des Programms hin. Sodann lehnt er es ab, daß für Zuschriften Berliner Mitglieder die Gruppenleitung verantwortlich gemacht würde und verurteilt selbst das Vorgehen dieser Mitglieder auf das schärfste. Er erkennt an, daß zu jedem Beschluß natürlich die Zustimmung der Leitung notwendig sei. Die Hauptrichtlinien seien natürlich nur ein Produkt der Forderungen des Tages. Referent wünscht ferner den ungenauen Begriff „Nation" durch eine nähere Präzisierung, z. B. „Thauroh-Nation" eindeutig zu gestalten. Die Schärfe des Gegensatzes zum Zionismus, wie er ans dem Franks. Programm am meisten einwandfrei hervorgehe, wünsche er in der Form zu mildern. — Das Berliner Programm sei erst nach vier 5—6 stündigen Mitgliederversammlungen angenommen worden. Jedenfalls sehe man daraus, wie ernst es allen Beteiligten mit ihrer Arbeit gewesen sei, und wieviel Mühe und Fleiß man zur Herausarbeitung eines brauchbaren Programms aufgewandt habe. Schließlich wünscht er eine versöhnliche Diskussion, und zitiert dabei Schiller: „Denn hinter uns im wesenlosen Scheine, liegt, was uns "lle bändigt, das Gemeine." Vor uns das Gemeinsame. Martin David zur Begründung des, Antrags der Berliner Minorität. Die Majorität der Berliner Delegierten vertritt nicht den von Herrn Dr. Hildesheimer dargelegten Standpunkt. Unser Programm ist mit allen gegen 1 Stimme angenommen worden, dagegen die Hauptrichtlinien ohne Diskussion mit 43 gegen 33. (Zuruf: Diese Darstellung ist unrichtig.) Ein Gesamtprogramm hätten auch sie nicht vorlegcn wollen; lediglich Ausdruck des Willens und Wollens' der Jugend sollte es sein. Die Frankfurter Richtlinien könnten sie wegen Punkt VI. die Berliner Hauptrichtlinicn wegen Punkt V nicht annehmen. Alles, was einen Keil in die Judenhcit treibt, muß unbedingt vermieden werden. Sie wollten Realisten sein und lehnten deshalb auch Punkt I, 3 der Berliner Hauptrichtlinien ab. Jetzt handele es sich nicht um das Verwirklichen von Idealen, jetzt müßte man den rauhen Tatsachen wacker entgegenstehen. Palästina werde dem jüdischen Volke gegeben, gleich wie — wir haben es zu nehmen! Rabbiner Dr. Klein- Nürnberg betont, daß die Nürnberger Richtlinien lediglich Stellung zu den Tagesfragen nähmen und sich dadurch hauptsächlich von allen anderen Entwürfen unterschieden.