Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 5 (1919)
- Issue
- Sonderheft (1.1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 20 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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20 Berliner Mitgliederausschusses ohne sein Wissen und ohne seine Zustimmung unterschrieben worden sei. Max Cohen hält nachdrücklich an dem Namen „Esra" fest, da nur dieser bereits bekannt sei und nur ihm eine propagandistische Kraft innewohne. Im übrigen seien sowohl Breslau wie Posen einverstanden, wie er bei seiner Anwesenheit festgestellt habe, wenn nur Breslau und die oberschlesischen Gruppen den Namen „Jeschurun" weiterführen dürften. Es könne lediglich ein Breslauer in die Esra-Kommission, wie er das bei den Verhandlungen mit dem „Jeschurun" auch bereits concediert habe, nicht aber könne ein Breslauer ohne weiteres in den O.V. kommen, da dieser vom Delegiertentag gewählt werde. Nach kurzer Geschäftsordnungsdebatte wird ein Antrag aus Schluß der Debatte ohne Anhörung der Rednerl i st e angenommen. Die Redaktions-Kommissionsfrage wird zurückgestellt, und Herr Max Cohen berichtet im Auftrag der Wahlprüfungs-Kommission über das Ergebnis der Prüfung der Mandate, wonach lediglich dasjenige der Gruppe Berlichingen nicht hätte anerkannt werden können. Bei genauer Einhaltung der Wahlordnung hätte allerdings die überwiegende Mehrzahl der Delegate verworfen werden müssen, und es müsse unbedingt bei späteren Tagungen auf genaue Ausstellung der Wahlprotokolle geachtet werden. Nachdem alle Gäste, um Verwirung bei Abstimmungen zu vermeiden, sich in den Hintergrund des Saales begeben hatten, verliest der Vorsitzende einen Antrag von Harry L e v y und einigen anderen, wonach die Versammlung beschließen wolle, daß allen gesetzestreuen Mitgliedern gleiche Rechte in der Organisation zugebilligt würden. In der Abstimmung wird jedoch die Besprechung des Levy'schcn Antrags mit 78 gegen 37 Stimmen abgelchnt, da Wichtigeres auf der Tagesordnung stünde. Die Besprechung des Tätigkeitsberichtes wird nunmehr abgebrochen, und man tritt in die Verhandlung des Hauptpunktes der Tagesordnung, die Aufstellung eines neuen Programms, ein. In einer Geschäftsordnungsdebatto wird darüber gestritten, wie die vielen Programmentwürfe, die vorliegen, zur Debatte gestellt werden sollen. Man einigt sich schließlich, je einen Redner zur Kommentierung eines jeden Programmentwurfs zu Wort kommen zu lassen. Herr Lichtigfeld - Frankfurt begründet die vom G.A. herausgegebenen Richtlinien, wobei er darauf hinweist, daß ihre Form durchaus verbesserungsfähig und auch garnicht als endgültig bestehend anzusehen sei, daß aber im Grund alle Richtlinien- und Programmentwürfe sachlich auf dasselbe hinauskämen. Frl. B a e r - Halberstadt lehnt bei Begründung des Halberstädter Entwurfs das Frankfurter Programm ab, da die Heraus-