Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 5 (1919)
- Issue
- Sonderheft (1.1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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7 Ziel dieser Lehrgänge muß die Ertüchtigung der Mitglieder zum selbständigen Lernen sein. Die Jugendgruppen haben ihren Mitgliedern die Erkenntnis zu vermitteln, daß cs für den Juden keine größere Schände gebe, als ein Am Haarez zu sein, und daß von der kommenden Generation erwartet iverden muß, daß sie sich vor Eintritt in den Brotberuf der Ertüchtigung im Talmud eine hinlängliche Zeit ausschließlich widme. 3. Jüdische Geschichte ist nicht Selbstzweck und darf namentlich nicht ein Ersatz sein für die Kenntnis des Rechtes Gottes. Lehrgänge in jüdischer Geschichte sind einzurichten, um den im Talmud Unkundigen schleunigen Aufschluß über das Wesen der mündlichen Überlieferung, die Bedeutung ihrer Träger, das Verhältnis der Träger der Überlieferung zueinander und über die Bedeutung des Schulchan Aruch zu geben. Des weiteren ist Kenntnis der geschichtlichen Entwicklung der Reform, des Antisemitismus, des Zionismus unerläßlich. Es ist ein Lehrplan in jüdischer Geschichte auszuarbeiten, dessen Lehrziel die Übermittlung des wertvollsten Angebindes des historischen Judentums zu sein hat: Emunas Chachomiin! 4. Auch die hebräische Sprache ist nicht Selbstzweck. Sie ist die Sprache, in der sich Gott seiner Nation geoffenbart hat. Ihre Kenntnis dient der Erfassung der göttlichen Offenbarung, wie sie in der schriftlichen und mündlichen Lehre vorliegt. Die Beschäftigung mit der schriftlichen und mündlichen Lehre ist der beste und. mit Rücksicht auf die Zcitökonomie der für die deutschen Juden vorwiegend in Betracht kommende Weg zur Erlernung der hebräischen Sprache. Wer aufgehört hat, Am Haarez zu sein, ist bei Übersiedelung, in Gottes Land in verhältnismäßig ganz kurzer Zeit imstande, die hebräische Sprache im mündlichen und schriftlichen Verkehr zu beherrschen. Ortsgruppen, die Sorge getragen haben, daß Mitglieder in ausreichendem Maße lernen, können hebräische Sprachkurse einrichten. zu denen nur solche männliche Mitglieder zugelassen sind, die sich über ihre ausreichende Beschäftigung mit Thenach und Talmud ausweisen. a) Praktisches. Im Kern des Judentums steht der Sabbath. Die Jugendgruppen haben darauf hinzuwirken, daß von ihren Mitgliedern der Sabbath begangen werde als ein Tag, an dem der Jude beim Gott der Schöpfung weilt, und in der innigen Hingabe an Gottes Recht, im Genießen vor Gott, Kraft und Mut für seine Wochenaufgaben schöpft. Die Jugendgruppen haben darauf hinzuwirken, daß von ihren Mitgliedern die Herabwürdigung des Sabbath zu einem Tage äußerlicher gesellschaftlicher Beschäftigung bekämpft wird.