Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 5 (1919)
- Issue
- Sonderheft (1.1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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8 1. daß er keine andere Wirklichkeit anerkennt, als Gott und sein Recht, und daß die vom Verstand begriffene Natur ihm nur die Summe der Mittel darstelle, das von der jüdischen Seele als göttlich erkannte Recht der Nation (Thauroh) in Gottes Welt zu verwirklichen. 2. daß ihn das Bewußtsein von dem Silluk Schechinoh beherrsche, wie er in der Ferne Gottes und in der Verbannung der Nation zum Ausdruck kommt, daß er alle Unzulänglichkeit der Erkenntnis und alle wirtschaftliche Hemmnis der Verwirklichung des Rechts Gottes auf den Silluk Schechino zurückführt, und daß er Tag für Tag durch Treue zum Rechte Gottes in Lehre und Tat bestrebt sei, den Kiruw Schechinoh herbeizuführen. 3. daß ihn das Bewußtsein beherrsche, daß die Goluszeit nur eine Episode darstelle vom nationalen Eden her zum nationalen Eden hin. 4. daß er nur einen Lebensberuf anerkenne: Erkenntnis und Verwirklichung des Rechtes Gottes. Daß er die Wahl des Brotberufs nicht nach den Grundsätzen dos MammoniSmus und der Eitelkeit, sondern lediglich nach dem Gesichtspunkte treffe, ob und inwieweit der Brotberuf die Ausübung dos wahren Judenberufs gestattet und stützt. 5. daß er seinen Wohnsitz dort nimmt, wo er am ehesten Gottes Recht verwirklichen kann, daß er aber darüber hinaus von heißer Sehnsucht nach dem Lande erfüllt sei, das Gottes Erscheinen entgegenharrt; daß er nicht ruhe, bis er dort weilt und dort nicht ruhe, bis er Gott schaut. Die Verwirklichung dieser Forderungen stellt eine erst allmählich zu erwartende völlige Umgestaltung des Innenlebens unserer Jugend dar. Sie wird nur erreichbar sein bei Leistung der folgenden: II. Gemeinsame Arbeit für Jugendgruppen. 1. Jüdische Selbsterkenntnis gründet sich vor allem ans Kenntnis von Thenach. Die Jugendgruppen haben regelmäßige Lehrgänge in Thenach einzurichten. In diesen Lehrgängen ist Thenach nicht nur als Geschichte einer vergangenen Zeit und nicht in vorwiegender Auseinandersetzung mit den Hypothesen der Bibelkritik, sondern als lebengestaltendc Lehre zu behandeln, die bestimmt ist, über das Wesen des Judentums und die Aufgabe jedes Juden grundlegenden Aufschluß zu geben. 2. Gottes Recht ist das teuerste Anliegen des Juden. Die Jugendgruppen haben regelmäßige Lehrgänge im Talmud einzurichten und haben Sorge zu tragen, daß kein Mitglied auch nur einen einzigen Tag vergehen läßt, ohne dom Talmud ein hinlängliches Maß von Zeit und Geisteskraft gewidmet zu haben.