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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1884-01-01 · 15. Jahrgang Nᵒ 50. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
15 (1884)
Issue
15. Jahrgang Nᵒ 50.
Article
Beilage zu Nᵒ 50.
Date
1884-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Separatabdrücke des Aufrufs,.wie der Statuten, stellt der Unterzeichnete Jedermann in beliebiger* Anzahl zur Verfügung, ebenso ist derselbe zur Ertheilung von Auskünften in allen die Alliance betreffenden Angelegenheiten jederzeit freudig bereit. Dr.„ Adolf Salvendi, NHitlled des (.'entral-t'omffl’N. Aufruf der Alliance vom Jahre 1800. Theuere Olaubensbriider! Wenn Ihr, obgleich über den ganzen Erdboden verbreitet nnd unter allen Nationen zerstreut, dennoch mit ganzem Herzen zugethan bleibet der alten Religion Eurer Väter, wie schwach auch sonst das Band sei, das Manohe von Euch zurückhält; — Wenn Ihr Euren Glauben nicht verleugnet, Euren Gottesdienst nicht verheimlicht und bei dem Namen „Jude“ nicht, wie schwache Seelen, errüthet; — Wenn Ihr verabscheuet die Vorurtheile, die wir noch zu ertragen haben, und die Vorwürfe, die erhoben werden, nnd die Lügen, die man immer-wiederholt, und die Verleumdungen, die man ausstreut, und die Rechtsverweigerungen, die mau rechtfertigt oder entschuldigt; — Wenn Ihr glaubet, dass die einfachste und älteste der spiritualistischen Religionen berechtigt ist, ihre Stelle zu behaupten, ihre Mission zu erfüllen, ihr Recht zu prnclamiren und ihre Lebensfähigkeit an’s Licht zu bringen, inmitten der immer thätigeren grossen Bewegung der Ideen, inmitten des stets heftiger werdenden Kampfes d> r durch die moderne Gesellschaft geschaffenen Theorien; — Wenn Ihr glaubet, dass der erhabene Gedanke und der strenge Cultus des einzigen Gottes, deren älteste Bewahre, nnd standhafteste Veitheidiger wir sind, geschützt werden müssen geg>n die eigtnnützige Berechnung sowohl, wie gegen die Angriffe des Zweifels und Indifferentismus; — Wenn Ihr behauptet, dass die Freiheit des Gewissens, dieses Lebenselement der Seele, nirgends besser für alle Menschen gewahrt ist, als in jenen Ländern, wo die Juden im vollstem Besitze derselben sind; — Wenn Ihr meinet, dass der Glaube seiner Ahnen ein für Jeden heiliges Erbe ist, dass eigener Herd und eigenes Gewissen unverletzbar seien, daher man Dinge, wie man sie jüngst erst erleben musste, nicht mehr mit ansehen dürfe; — Wenn Ihr fühlet, dass die Eintracht ein hohes Gut ist, und dass Ihr, wenn auch verschiedenen Nationen angehörend, Eure Gefühle, Eure Wünsche und Eure Hoffnungen als Israeliten dennoch vereinigen könnet; — Wenn Ihr der Ansicht seid, dass Ihr auf gesetzlichem Wege, durch die unüberwindliche Kraft des Rechts und der Billigkeit, ohne die geringste Unruhe zu verursachen, ohne irgend eine Macht zu erschrecken und ohne Andere als die Unwissenden, die Abergläubigen und die Fanatiker zu erzürnen, Vieles erreichen könnnet, um dann mittelst Eurer Arbeit nnd Eurer unbestrittenen Intelligenz Vieles zurückzuerstatten; — Wenn Ihr wisset, dass Viele Eurer Glaubensbrüder durch das Elend, die Schmach und die Verfolgung zweier Jahrtausende zu Boden gedrückt, ihre Menschenwürde und ihre Bürgerrechte wieder erlangen können; — Wenn Ihr es als Eure Pflicht anerkennet, die Entarteten zu veredeln statt sie zu verdammen, die Verblendeten aufzuklären, statt sie sich selbst zu überlassen, die Gefallenen aufzurichten, statt sie zu bejammern, die Verleumdeten in Schutz zu nehmen statt still zu schweigen, nnd den Verfolgten zu Hilfe zu eilen statt blos über Verfolgung zu klagen; — Wenn Ihr glaubet, dass die noch immer zerstreuten Mittel, die isolirten Anstrengungen, die ungenügenden Einflüsse, die richtungslosen Wünsche und die gegenstandslosen Bestrebungen durch feste Vereinigung eine bessere Verwerthung finden und ihre Wirkungen auf allen Enden der Welt hervorbringen können; — Wenn Ihr denket, dass es Eurer Religion zur Ehre, den Völkern zur Lehre, der Menschheit znm Fortschritt, der Wahrheit und der Gerechtigkeit zum Siege gereicht, wenn alle Kräfte des Juden-

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