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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1884-01-01 · 15. Jahrgang Nᵒ 46. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
15 (1884)
Issue
15. Jahrgang Nᵒ 46.
Article
Beilage zu Nᵒ 46.
Date
1884-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Die Colonie "mpn iwe„. Aussser der vorstehend beschriebenenColoniepCK"Lgiebt es noch drei in der Caimaramate von Jaffa, nämlioh die jüdische Ansiedelung in„,El-Jehudijeh“ und twei deutsche Ansiedelungen der Templer-Colonie, die eine in Sarona, die andere in unmittelbarer Nähe von Jaffa. Der eingetretene Kegen verhinderte uns, „E1-Jehudijeh“ und Sarona zu besuchen, doch erhielten wir zuverlässige Mittheilungen Über diese Niederlassungen. Die Colonie in „El-Jehudijeh“ trügt den Namen "mpn nPD.., liegt etwa neun (engl) Meilen östlich von J af fa, mit dem es durch den gewöhnlichen rauhen Weg der Colonie verbunden ist. Die Colomsten bestanden su einer gewissen Zeit aus swei Abtheilungen, nämlioh Juden aus Jerusalem und Juden aus Russland. Die Besitsuugen derselben betragen zusammen 4400 Acres, wovon ein Theil im Winter morastig wird, und dies machte, wie sich später herausstellte, den Platx su gewissen Zeiten des Jahres sehr ungesund. Die ersten Häuser der Colonie waren nahe diesem morastigen Theile gebaut, weshalb auch Krankheit und Fieber die Bewohner nach einigen Monaten swangen, diese Wohnungen su verlassen. Die russischen Juden kauften sich hierauf einen Bauplats für ihre Häuser nahe dem Dorfe „El-Jehudijeh“, wo sie inswischen sieben Häuser errichtet haben; die Juden aus Jerusalem jedoch, die ihr Geld schon sämmtlioh verbraucht hatten, waren genöthigt, den Ort gans und gar su verlassen und nach Jerusalem surücksnkehreu, wo sie noch sind. Ausser den erwähnten sieben Häusern und den provisorischen Wohnungen für die Uebrigen besitzen die russischen Juden noch eine Synagoge, sechs Stallungen, einen Backofen, ein Backhaus und eine Pumpe. An Vieh besitzen sie sehn Pferde, vierzehn Maulthiere, acht Ochsen und fünf Kühe Der grösste Theil des Bodens ist schon angebaut, hauptsächlich mit Weisen, Gerste, Zuckermelonen, Sommerfrilohten u. s. w. Diese Colonisten haben keinerlei finanzielle Hilfe von ausserhalb erhalten, noch verlangt. Abgesehen von dem oben erwähnten Sumpfe ist das su dieser Colonie gehörige Land sehr fruchtbar, wahrscheinlich mehr als das irgend einer anderen der in den letzten Jahren in Palästina gegiündeten Colonien. Wenn diesen Colonisten von der Vorsehung Gesundheit und regelmässige Witterung bescheert wird, so sprechen alle Gründe für befriedigende Resultate innerhalb der nächsten vier Jahre. Neulich gab es in der Colonie eine grosse Aufregung. Die neuen HÜuser in „El- Jehudijeh“ waren nämlioh ohne vorher eingeholte Ermächtigung vom Statthalter in Jerusalem erbaut worden. Es war aber kurz vorher ein Gesetz veröffentlicht worden, wonach keine neuen Häuser ohne Erlaubnis» der Regierung errichtet werden dürften. Die Colonisten wussten, wie es scheint, nichts von diesem Deoret. Als der Statthalter von der Errichtung der neuen Häuser Kunde erhielt, gab er sofort Befehl, dieselben niederzureissen. Da dieser Befehl auch alsbald vollzogen werden sollte, waren die Colonisten selbstverständlich in einem Zustande grosser Aufregung; es wurde jedoch appellirt, und nach mannigfachen Untersuchungen der Befehl zurückgenommen. Die schön gebauten Häuser sollten stehen bleiben, allein im ganzen Lande darf kein neues Haus ohne obrigkeitliche Erlaubnis» gebaut werden. Dieses neue Deoret ist ein vernünftiges, wenn es su dem Zwecke ausgeführt wird, die neuen Häuser in Bezug auf die Gesundheit»- und anderen geziemenden Verhältnisse zu controliren. Die Erfahrung hat gelehrt, dass, wenn den Anordnungen der Behörde Folge geleistet wird, die erforderliche Erlaubnis» mit mässigen Kosten und ohne grossen Zeitverlust erlangt werden kann. Cm auf die Colonisten aus Jerusalem zurückzukommen, so müssen wir mit Bedauern berichten, dass die Verluste, die sie durch Krankheit und das Aufgaben ihrer Wohnungen hatten, gross genug vraren, um sie bis jetzt zu ruiniren. Die verlassenen Häuser zerfallen. Hier.bietet sich eine günstige Gelegenheit für solche, die gern diesen armen Colonisten zu Hilfe kommen möchten, nämlich: Hilfeleistung an gewähren, damit sich die Colonisten an dem gesunderen Platze anbauen können, oder durch Darlehen es den Colonisten su ermöglichen, die Sümpfe aussutrooknen, sie in nutzbares Land umzuwandeln. Jeder dieser Vorschläge würde, wenn ausgeführt, den Colonisten die Möglichkeit gewähren, auf ihre Besitzungen zurückzukehren, sich ihren Lebensunterhalt su verschaffen und die geleistete finanzielle Hilfe mit heissen» Danke zurüoksuerstatten. Ich empfehle diese Angelegenheit den Juden in Großbritannien und den Colonien.

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