Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 15 (1884)
- Issue
- 15. Jahrgang Nᵒ 46.
- Article
- Beilage zu Nᵒ 46.
- Date
- 1884-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
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— 32 — Die Colonie Sarona. Ana dem Berichte des Correspondenten über diese deutsche Colonie theilen wir nur mit,, dass sie aus etwa vierzig bis fünfzig Familien besteht. Jede Familie hat 25 bis 30 deutsche Acker angebautes Land. Der Ertrag reicht nicht nur für die Bedürfnisse hin, sondern es soll sogar, wie man sagt, noch ein kleiner Ueberscfiuss bleiben. Die Colonie besteht seit etwa vier* sehn Jahren. Die andere deutsche Colonie der Templer war früher Besitzthum von Amerikanern, dio jedoch ans verschiedenen Ursachen keine Erfolge hatten. Diese beiden Ansiedelungen der Templer machen offenbar Fortschritte. Die Hitglieder sind zufrieden and werden es gewiss noch mehr sein, wenn der Handel Jaffa’s noch etwas ■■nimmt. -*-■**- » Schreiben des Vorstandes des Alterversorgungshauses und der Thee-Anstalt in Jerusalem. (.cbtrrra Smttr **:rS sne Swsm D'jpt ane n-a *m> Jerusalem, den 4. Tischri 5045. Sehr geehrter Herr Rabbiner! Unterzeichnete beehren sich Ihnen mitzntheilen, dass wir dieser Tage die uns von Ihnen durch die Pekidim und Amarkalim in Amsterdam zngesandte Summe von 282 Francs für das Alterversorgungsbaas erhalten haben. Wir sagen Ihnen besten Dank und wünschen, dass der Allgütige Ihnen den wohlverdienten Lohn in reichem Masse gewähre. Wir Irenen uns, Ihnen mittheilen zu können, dass es mit des Himmels Hilfe gelungen ist, die Greise in geräumigen and schönen Wohnungen nnterztibringen, für welche wir für das Jahr 19 türkische Lires (ungefähr 260 Mark) gezahlt haben; wir haben ferner 10 eiserne Bettstellen gekauft, welche für uns in der Werkstätte des von der Alliance Israd 1 ite Universelle gegründeten Lehrhauses für Handwerker angefertigt worden sind, und ftir jedes Bett die nöthigen Teppiche, Decke*, u. s. w. angeschafft. Neuerdings haben wir fünf gebrechliche Greise aufgenommen, die sich Tag und Nacht mit der göttlichen Lehre beschäftigen; zwei davon sind von unseren unglücklichen Glaubensbrüdern aus Süd-Arabien. In dem zur Anstalt gehörigen Bethause beten dis Greise für das Wohl derer, die die Anstalt unterstützen, sowie für alle im Exil befindlichen Glaubensgenossen. Der gelehrteste unter ihnen hält täglich Vorträge ans der Bibel, der Mischnah, dem Talmud und den Ermahnungsbüohern. Mittags erhalten die alten Leute ein gesundes, kräftiges Mittagsessen ans zwei Gerichten bestehend, das in der Küche der Anstalt zubereitet wird. Auch haben wir uns jetzt eine sehr grosse Theemaschine angesohafft, in welcher von Morgens früh bis zwei Uhr in der Nacht das Wasser zur Bereitung des Thees heiss gehalten wird. Der Diener des Hauses überreicht jedem armen Israeliten, der in das Haus kommt, um sich durch ein warmes Getränk zu laben, eine oder mehrere Tassen guten und reinen Thee Einigen armen kranken Gelehrten in der Stadt wird tägüci. ein Mal der Thee ins Haus geschickt. Wir können es mit Stolz sagen, dass die Anstalt jetzt in musterhafter Weise geführt wird' und mit jeder ähnlichen Wohlthätigkeits-Anstalt in Europa wetteifern kann, und so den Gründern und Verwaltern Ehre bereitet. Natürlich konnte das Alles mit leeren Händen nicht geschehen, und ehe das uns von Ihnen, geehrter Herr Rabbiner, übersandte Geld eintgaf, befanden wir uns in grosser Verlegenheit, von der wir jetzt G. s. D. einigermassen befreit sind. Wir hoffen, dass die edlen Gründer und vor allem Sie, der stets an der Spitze steht, wo es gilt Gutes zu schaffen, es uns ermöglichen werden, auf der betretenen Bahn weiter an schreiten. Der Allgütige möge Sie und Alle unseres Volkes segnen! Hochachtungsvoll Samaftl Barach ben Scheloinoh. Israel Horwitx Halevi. I. Frnmkiu. InS Ml D«S» tMÜ» Salt « Stetlmw.