Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 15 (1884)
- Issue
- 15. Jahrgang Nᵒ 40-41.
- Article
- Beilage zu Nᵒ 40-41.
- Date
- 1884-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
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rioh immer mehr and lenen eioh eie Nebel eur Erde nieder, den Boden reiohlioh mit Thea befeuchtend. Am stärksten iet der Theo im Frühjahre and in den Moneten Tieohri and Merohesohwen; dooh eaoh in den Sommern lobten befeuchtet der Thea die durstigen Pflaumen and den euegetrockneten Boden. Bei Tagesanbruch ist eiles in Nebel gehüllt, der in dem Meesse, eis eich die Sonne em Horisonte erhebt, aufsteigt and eioh verflüchtigt, so deee die Bläue des Himmele sichtbar wird and nur noch einige Wölkohen sa sehen sind. Drei Standen nech Sonnenaufgang sind eaoh diese gänslioh verschwunden and der Himmel bleibt Tage über in ununterbrochener Bläue. Darum werden Thea and Wolken durch den Propheten Hoeee (6,4.)«bildlich gebraucht, indem er Ephraim and Jade suruft: „Euere Frömmigkeit ist wie die Wolke em Morgen and wie der Thea, der früh vergeht" Der Thea befruchtet den in dieser Jehresmeit ausserordentlich durstigen Boden und wird Menschen, Thieren und Pflaumen mar Labung. Darum wurde der Thea von den Jaden stets als Segen betrachtet. IV. Der Regen. Wie der Wind regelmässiger and an bestimmtere Zeiten in diesem Lende gebunden ist, als in den Ländern Europas, so auch der Regen. Des Land hat eigentlich nur mwei Jahresreiten: Die Regenzeit, bei den Arabern Sxb (Regenperiode) genannt (die Galiläer, deren Spreche dem Aramäischen ähnelt, nennen sie 1TIO, im Telmnnd heisst sie D*öfPl.“I '0'), welche vom D13D- bis tum HDB-Feste dauert, and der Sommer (bei den Arabern bll PlfB, d. h. Periode der Trockenheit) von HOB bis noch H13D. Denn regnet es gar nicht (ausnahmsweise regnete es em Vorabende des ron m im Jahre 5601, wes als wunderbares Ereigniss angesehen wurde), keine Wolke zeigt sich, nur die Thauwolken am Morgen and Abend, die schnell vergehen. Dagegen fällt zwischen rP30 and HOB ein reichlicher Regen, and zwar fest jedes Mel im ganzen Lende von p bis SSV "1X3 zu gleicher Zeit. Die Regenquantität längs der Meeresküste and im Gebirge innerhalb des Landes ist jedoch grösser eis im südlichen Jordangebiete. Der erste Regen nach Ablauf des Sommers heisst iT’iV (Joreh) oder eaoh JTT3 (Moreh). Manchmal fällt er schon Anfang des echten oder gar Ende des siebenten Monats; spätestens tritt er im neunten Monate ein, im gewöhnlichen Jahre in der Mitte des echten Monats. Dieser Regen fällt langsam and*in kleineren Tropfen za Boden, macht die Erde locker, so dass der Lendmann non anfangen kenn zn pflügen and den Boden sa bestellen. Nech dem IWP kommen einige regenlose Tage, denn erst tritt die eigentliche Regenzeit ein and reichlicher Regen strömt zur Erde, erweicht den Boden and füllt die Gistemen; Flüsse und Bäche wachsen an. Die Periode dieses Regens dauert ungefähr drei Monate and ist mit mancherlei Unannehmlichkeiten verbunden. Dann tritt der Ülp78 (Spätregen) ein, in gewöhnlichen Jahren etwa im |0'1 und "l"K. Er füllt die Aehren und giebt den Helmen Kraft, während der ersten Sommertage zu bestehen. Darum harret der Lendmann mit Bangen auf den Spätregen, durch dessen Ausbleiben die Ernte schlecht easfellen würde. Gross ist aber seine Freude, wenn er diesen Spätregen in genügender Menge sa Boden strömen sieht, and wie einer guten Botschaft sieht er den em Horizonte aufsteigenden Regenwolken entgegen. Des arabische Sprüohwort sagt: „Der Regen im fD'J vermehrt Pflog und Joch“. Auch in der hebräischen Lilteratar (Jjob 29,25. and Sprüche Selom. 16,15.) wird der Wlpbö als einer erhofften and freudig begrüssten Naturerscheinung gedacht. (Schloss folgt). DEk* Für die uns tum!UOT1 VX"1 zugegangenen äusserst zahlreichen Glück- und Segenswünsche sprechen wir, da eine Eintelbeantwortung uns unmöglich, den freundlichen Gratulanten auf diesem Wege unseren tiefgefühltesten Dank aus. Dürkheim, ■-renn nro-i 93. September 1884. Familie Dr. Salvendi.